Verkehrsbranche: Kalifornien verbietet den Kauf von Diesel-Lkw
Große Spediteure hätten ab 2036 keine andere Möglichkeit mehr, als auch im Schwerlastverkehr emissionsfreie Fahrzeuge zu beschaffen.
Foto: APNew York, Wien, Brüssel. Die Aufsichtsbehörde California Air Resources Board (Carb) hat am Donnerstag die finale Anhörung für ein Kaufverbot für Diesel-Trucks ab 2036 abgehalten. Am Freitag hat der Carb-Rat einstimmig für das Verbot gestimmt.
Für die Truck-Hersteller bedeutet die Entscheidung eine Zeitenwende. Sie müssen ihre Flotten bis 2042 nahezu vollständig mithilfe von Batterien antreiben oder auf die wasserstoffbasierte Brennstoffzelle umstellen. Das Ausmaß der Neuregelung sei beispiellos, heißt es in der Branche. Der Grund: Lkw-Bauer und Spediteure hängen noch viel stärker als die Autoindustrie am Verbrennungsmotor. Die Entwicklungszyklen sind bei schweren Sattelschleppern noch länger als bei Pkw. Entsprechend hoch ist nun die Nervosität.
„Heute hat ein nicht gewähltes Gremium in Kalifornien dafür gestimmt, Speditionen zum Kauf von emissionsfreien Lkw zu zwingen“, kritisierte Chris Spear, Präsident des Branchenverbands American Trucking Associations (ATA). Die Entscheidung ignoriere die Tatsache, dass es sich bei diesen Fahrzeugen um eine Technologie im Anfangsstadium handele und die entsprechende Infrastruktur nicht vorhanden sei. „Kalifornien setzt sich unrealistische Ziele und unerreichbare Fristen“, glaubt Spear.