Immobilien: Ist der Traum vom privaten Einfamilienhaus bald vorbei?
Die Debatte wird in Deutschland hochemotional geführt.
Foto: E+/Getty ImagesBerlin. Als bekannt wird, dass die Stadt Münster aus Klimaschutzgründen den Neubau von Einfamilienhäusern einschränken will, bricht beim Kurznachrichtendienst Twitter ein Sturm der Entrüstung los. „Das Bauen wird in Deutschland seit Jahren systematisch verteuert, was für viele faktisch wie ein Verbot von Einfamilienhäusern wirkt“, schreibt ein Nutzer.
Ein anderer kommentiert: „Städte, die das machen, werden sich umgucken! Wenn ich neu bauen will, kann ich mich auch geografisch neu orientieren und ins Umland ausweichen. Damit ist dann mindestens die Grundsteuer flöten.“
Doch es gibt ebenso nachdenkliche Worte: „Auch die Ressource Boden ist endlich“, schreibt eine Nutzerin. „Bauen ohne Begrenzung ist Umweltzerstörung. Den Schaden trägt die Allgemeinheit.“ Ein anderer meint, Einfamilienhäuser seien aus ökologischer Sicht tatsächlich Unsinn: „Zersiedelung, Versiegelung, Steingärten.“
Die Debatte um das Einfamilienhaus wird in Deutschland hochemotional geführt. Der Grund: „Das Einfamilienhaus gilt für 64 Prozent nach wie vor als beliebteste Hausform – unabhängig von politischen und umweltpolitischen Debatten“, heißt es in der „Wohntraumstudie 2022“ der Interhyp AG, Deutschlands größten Vermittlers privater Baufinanzierungen.