Girocard: Was Deutsche Bank und Co. für die Maestro-Funktion ab Juli planen
Mastercard lässt die Maestro-Funktion für Auslandszahlungen auslaufen. Die Banken müssen ihre Girocards ab Juli umstellen, die Deutsche Bank bekommt mehr Zeit.
Foto: IMAGO/ShotshopFrankfurt. Die großen deutschen Privatbanken geben vorerst weiter Girocards mit Maestro-Funktion für Auslandszahlungen aus. Bei Deutscher Bank, Commerzbank und Hypo-Vereinsbank (HVB) gibt es noch keine Änderung – und auch keine konkreten Ankündigungen. Die Sparkassen werden derweil ab Juli die Girocard, oft mit ihrem alten Namen „EC-Karte“ bezeichnet, nicht mehr mit Maestro, sondern mit der Zusatzfunktion Mastercard oder Visa ausstatten.
Die Deutsche Bank erklärte auf Anfrage: Das Geldhaus gebe bis auf Weiteres und auch im Juli Girocard/Maestro-Karten mit den bekannten Funktionen heraus.
Auch bei der Commerzbank erhalten Neukunden und Kunden, die eine Ersatzkarte wünschen, „derzeit weiter die Girocard mit dem Maestro-Logo“. Wie lange die Deutsche Bank und die Commerzbank an der Maestro-Funktion festhalten, geben beide Geldhäuser nicht bekannt.
Mastercard: Neue Bankkarten mit Maestro-Funktion nur bis Ende Juni
Die HVB arbeitet „derzeit an einem Nachfolgeprodukt, das genauso wie die aktuelle Maestro-Karte mit dem Girokonto verknüpft sein wird“, heißt es. „Vorübergehend erhalten unsere Kunden weiterhin zu ihrem HVB-Konto eine Maestro-Girocard.“ Auch die HVB nennt kein Startdatum für einen Wechsel.
Der US-Zahlungskonzern Mastercard hatte im Herbst 2021 angekündigt, dass neue Bankkarten nur noch bis Ende Juni 2023 mit der Maestro-Funktion ausgegeben werden dürfen. Die Maestro-Funktion auf der Girocard sorgt dafür, dass Bankkunden auch im Ausland an der Ladenkasse bezahlen können. Die Laufzeit der Girocards beträgt in der Regel vier Jahre.
Als Alternative bietet Mastercard eine Funktion, die sich ebenfalls Mastercard nennt. Sie ermöglicht sowohl das Bezahlen im Ausland als auch Onlinezahlungen – ähnlich wie mit einer Kreditkarte. Die Girocard bleibt aber eine Debitkarte, Zahlungen werden direkt vom Konto abgebucht. Einigen Bankpartnern hat Mastercard nun offenbar über den Juli hinaus Aufschub gewährt, sodass diese Maestro weiterhin nutzen können.
Viele Partner hätten die Umstellung auf Mastercard bereits heute erfolgreich umgesetzt, teilte Mastercard auf Anfrage mit. „Bei technischen Herausforderungen finden wir zusammen mit unseren Partnern Migrationspläne, die im Einzelfall auch Übergangsfristen beinhalten können.“
100 Millionen Girocards der Banken in Umlauf
Insgesamt haben die deutschen Banken rund 100 Millionen Girocards ausgegeben. Vor allem die Töchter einiger Auslandsbanken setzen hingegen auf Debitkarten von Visa oder Mastercard. Allein Visa zählt rund 14 Millionen Debitkarten in Deutschland.
>>Lesen Sie hier, welche Fortschritte Visa mit Debitkarten in Deutschland macht.
Die Sparkassen haben kürzlich angekündigt, bis Jahresende voraussichtlich etwa ein Drittel der 46 Millionen Girocards ihrer Kundinnen und Kunden auszutauschen. Bei fast allen Sparkassen werden die Funktionen Maestro und V-Pay durch Mastercard und Visa ersetzt.
V-Pay ist das Maestro-Pendant des zweiten großen Kartenkonzerns Visa. Visa lässt V-Pay zwar nicht auslaufen, dennoch stellt ein Teil der Sparkassen und Volksbanken auf Visa um.
Erstpublikation: 12.06.2023, 15:23 Uhr (zuletzt verändert am 27.06.2023, 15:32 Uhr).