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Dax-KonzernSiemens investiert eine Milliarde Euro in Deutschland

In Erlangen will Siemens die Produktion der Zukunft aufbauen. Helfen soll dabei das „industrielle Metaversum“.Axel Höpner, Sebastian Matthes 14.07.2023 - 11:10 Uhr Artikel anhören

An dem Standort sollen 500 Millionen Euro in die Digitalisierung und Erweiterung der Kapazitäten sowie einen neuen Entwicklungscampus gesteckt werden.

Foto: Siemens

Erlangen. Der Siemens-Konzern investiert eine Milliarde Euro in Deutschland. „Das ist unser klares Bekenntnis zum Standort Deutschland“, sagte Vorstandschef Roland Busch im Interview mit dem Handelsblatt. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wertete den Plan als „starkes Signal für den Innovations- und Produktionsstandort Deutschland“.

Der Dax-Konzern hatte angesichts gut laufender Geschäfte angekündigt, in diesem Jahr zwei Milliarden Euro zusätzlich vor allem in den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten weltweit zu investieren. Die Hälfte davon fließt nun nach Deutschland.

So sollen allein in Erlangen, wo 3500 Menschen arbeiten, 500 Millionen Euro in die Digitalisierung und die Erweiterung der Fertigungskapazitäten gesteckt werden. In der fränkischen Stadt produziert Siemens unter anderem Werkzeugmaschinen-Steuerungen für den Maschinenbau, Herzstücke der industriellen Fertigung in Fabriken weltweit.

Siemens will eine Hightech-Musterfabrik errichten

Die andere halbe Milliarde Euro soll unter anderem in Healthineers-Standorte in Forchheim und Erlangen investiert werden. Zudem plant Siemens zusätzliche Entwicklungskapazitäten in Erlangen.

Die Produktion an dem Standort in Franken ist schon heute stark automatisiert, sie soll nun zu einem digitalen Musterwerk ausgebaut werden. Durch die Simulation der Fertigung mit einem digitalen Zwilling werden die Prozesse permanent optimiert. Die virtuelle Abbildung der realen Welt nennt Siemens das „industrielle Metaversum“.

Scholz wertete den Siemens-Plan als „starkes Signal für den Innovations- und Produktionsstandort Deutschland“.

Foto: Reuters

„Die hochmoderne Fertigung, die in Erlangen entsteht, ist ein gutes Beispiel, wie unsere Wirtschaft in die klimaneutrale Zukunft geht – als starkes Industrieland mit guten zukunftsfähigen Arbeitsplätzen“, sagte Bundeskanzler Scholz.

>> Lesen Sie hier das Interview mit Siemens-Chef Roland Busch: „Wir sind mit allem unglaublich kompliziert und langsam geworden“

Die konkreten Auswirkungen auf die Beschäftigung ließ Siemens offen. „Wenn Sie 60 Prozent mehr Output haben, brauchen Sie auch mehr Menschen“, erklärte Industrievorstand Cedrik Neike. Man wolle aber auch die Produktivität verbessern.

Das Investment zeige, dass der Industriestandort Deutschland nicht abgeschrieben sei, sagte Stefan Schaible, Global Managing Partner bei Roland Berger. „Nicht zuletzt die hohe Qualifikation unserer Fachkräfte spricht weiterhin für den Standort.“ Das Beispiel zeige aber auch: „Investitionen in Spitzentechnologien für die automatisierte Produktion sind für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit zentral.“

Auch in Asien baut der Konzern ein neues Werk

Bereits verkündet hat Busch einen Werksausbau in China, eine neue Produktionsstätte in Singapur und ein zusätzliches Zugwerk in den USA. Durch die Verteilung über die Welt soll die Fertigung widerstandsfähiger gemacht werden – eine der Lehren aus Coronapandemie und globalen Spannungen.

Damit baut Siemens sein Engagement in Deutschland aus, während andere Unternehmen über Abwanderung oder verstärkte Investitionen im Ausland nachdenken. 2022 flossen laut einer IW-Studie 132 Milliarden US-Dollar mehr Direktinvestitionen ab, als in Deutschland investiert wurden. Unter 46 Staaten war das der stärkste Abfluss.

Bei Siemens laufen die Geschäfte derzeit sehr gut, auch deshalb müssen die Kapazitäten erweitert werden. Im zweiten Quartal 2022/23 (30. September) legten die Umsätze um vergleichbar 15 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einem Anstieg der Erlöse um bis zu elf Prozent. Damit könnte der Konzern wieder auf rund 80 Milliarden Euro Umsatz kommen – so viel wie vor der Abspaltung der margenschwachen Energietechnik.

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Erstpublikation: 13.07.2023, 14:00 Uhr.

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