Start-up: Wie das grüne Einhorn Enpal mit Solarenergie Gewinne schreibt
Das deutsche Solar Start-up Enpal meldet einen Gewinn für das vergangene Geschäftsjahr.
Foto: EnpalDüsseldorf. Das Solar-Start-up Enpal profitiert vom Boom der erneuerbaren Energien und hat im abgelaufenen Jahr operativ erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Das Unternehmen verbuchte nach Angaben von Mittwoch 2022 ein bereinigtes Betriebsergebnis (Ebitda) von 23 Millionen Euro nach einem Verlust von 27,7 Millionen im Vorjahr. Der Umsatz vervierfachte sich von 110 Millionen auf 415 Millionen Euro.
„Mit diesem Ergebnis haben wir unsere strategischen und finanziellen Ziele übertroffen“, erklärte Finanzvorstand Jochen Cassel.
Enpal vermietet Solaranlagen und Batterien an Privatkunden. Am Ende einer Mietlaufzeit von 20 Jahren können Kunden die von Enpal installierte Anlage gegen einen kleinen Betrag übernehmen. Anders als etwa in den USA sind solche Leasing-Modelle in Deutschland aber noch selten.
Insgesamt hat sich das Unternehmen als Ziel gesetzt, bis 2030 eine Million Solaranlagen zu installieren. Der Weg dahin ist trotz der jüngsten Erfolgsmeldung aber noch weit: Aktuell verzeichnet das Unternehmen 45.000 installierte Anlagen. Allerdings kamen 2022 18.000 Neukunden dazu, ein deutliches Wachstum gegenüber 10.000 im Vorjahr.
Start-up Enpal ist Deutschlands erstes grünes Einhorn
Enpal ist Teil einer Branche, die stark ausbaut. Bis 2030 sollen nach Plänen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommen. Photovoltaikanlagen auf Dächern sollen Standard werden.
Hinzu kommen die Nachwirkungen der Energiekrise. Eigentümer wünschen sich spätestens seit letztem Jahr stabilere Energiekosten. Auch hier werden im Privatbereich verstärkt Anlagen für den Hauseinbau nachgefragt.
>> Lesen Sie auch: Boom bei Balkonkraftwerken schon vor geplanten Vereinfachungen
Der Bundesverband Solarwirtschaft teilte einen Zuwachs von 146 Prozent im ersten Quartal 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit. 159.000 Photovoltaikanlagen auf Dächern von Privathaushalten gingen in dieser Zeit in Betrieb.
Das 2017 gegründete Start-up stieg 2021 zum ersten grünen Einhorn Deutschlands auf. So werden Unternehmen mit einem Unternehmenswert von mehr als einer Milliarde bezeichnet. Anfang des Jahres konnte Enpal seine Bewertung auf 2,25 Milliarden Euro verdoppeln in einer von Finanzierungsrunde an der sich US-Finanzinvestor TPG sowie der japanische Investmentriese Softbank beteiligten.
Solarenergie: Auch andere grüne-Start-ups profitieren
Einige Wettbewerber profitieren ebenfalls vom aktuellen Boom. So hatte sich etwa 1Komma5 Grad frische Investorengelder gesichert und war damit knapp zwei Jahre nach seiner Gründung zum Einhorn geworden. Maxsolar hatte frisches Kapital eingeworben und Energiekonzepte Deutschland (EKD) hofft auf einen Milliardendeal.
Den nun erzielten Gewinn führt Cassel auf Investitionen in das Produktportfolio zurück. Enpal vermietet nicht mehr nur Solaranlagen, sondern bietet Pakete mit Batteriespeichern und Ladesäulen für Elektroautos an. Kunden entscheiden sich meist für eine Kombination aus Anlage und Batteriespeicher. Immer häufiger werden auch Ladesäulen, die mit der Photovoltaikanlage verbunden sind, gekauft.
Erstpublikation: 19.07.2023, 08:00 Uhr (zuletzt aktualisiert: 19.07.2023, 09:20 Uhr).