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SteueraffäreVerein und Politik setzen Uli Hoeneß unter Druck

Nach der Kritik aus den eigenen Reihen wird Uli Hoeneß nun auch von Peer Steinbrück attackiert. Der SPD-Kanzlerkandidat fordert den Bayern-Präsidenten auf, das Amt ruhen zu lassen. Edmund Stoiber verteidigt Hoeneß. 19.08.2013 - 16:05 Uhr Artikel anhören

Uli Hoeneß: Druck aus der Politik und den eigenen Reihen.

Foto: dpa

In die Steueraffäre um Uli Hoeneß kommt wieder Bewegung. Erst stellte Bayerns Vize-Chefkontrolleur den Verbleib Hoeneß' im Aufsichtsrat zur Diskussion, jetzt meldet sich nun Peer Steinbrück kritisch zu Wort. Der SPD-Kanzlerkandidat forderte Hoeneß in einem Interview mit dem Kölner Express auf, sein Amt als Aufsichtsratschef „mindestens“ ruhen zu lassen. Dass Hoeneß weiter dem Aufsichtsrat des Rekordmeisters vorsitze, sei „gelinde gesagt merkwürdig“, sagte Steinbrück.

„Viele Konzerne in Deutschland haben eine Art Verhaltenskodex, der ein Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitglied im Fall der Anklage von Steuerbetrug zum Rücktritt veranlassen würde. Und der FC Bayern ist ja nicht nur ein Verein, sondern auch ein Wirtschaftsunternehmen“, sagte Steinbrück, der zugleich Mitglied im Aufsichtsrat von Borussia Dortmund ist.

Bayern-Aufsichtsrat Edmund Stoiber stellte sich indes hinter Hoeneß. „Wer Bundeskanzler werden will, sollte die Grundlagen unseres Rechtsstaates besser kennen. Polemik und öffentlicher Pranger können ein rechtsstaatliches Verfahren nicht ersetzen. Die rechtliche Bewertung dieser Selbstanzeige ist Sache des zuständigen Gerichts“, sagte Stoiber dem SID am Sonntag. Der „BVB-Aufsichtsrat Steinbrück“ solle „den Sport aus seinem missratenen Wahlkampf besser heraushalten“.

Der Gegenwind für Uli Hoeneß wird rauer. Selbst der Aufsichtsrat des FC Bayern München steht offenbar nicht geschlossen hinter seinem Vorsitzenden. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Audi-Vorstandschef Rupert Stadler, will nach Informationen der WirtschaftsWoche den Verbleib Hoeneß’ im Aufsichtsrat an das Kontrollgremiums zur Diskussion stellen – sofern das Landgericht München die Anklage zulässt.

Noch vor drei Monaten hatte der Bayern-Aufsichtsrat ein Rücktrittsangebot von Hoeneß abgelehnt. „Der Aufsichtsrat wird die Angelegenheit weiterhin beobachten und sich bei Vorliegen neuer Erkenntnisse mit dem Thema befassen“, lautete damals der Beschluss des Kontrollgremiums.

Laut der „Bild am Sonntag“ waren sich die Mitglieder des Aufsichtsrates angeblich einig, dass Hoeneß sowohl bei einer Geld- als auch bei einer Bewährungsstrafe im Amt bleiben darf. Zu groß seien die Verdienste. Das Gremium hatte am 6. Mai das Angebot von Hoeneß abgelehnt, sein Amt als Vorsitzender des Aufsichtsrates ruhen zu lassen, bis die Behörden über seine Selbstanzeige entschieden haben.

Stadler sieht die Zulassung der Klage allerdings kritisch: Dann gebe es eine „neue Situation“. Der Fall müsse dann von den Aufsichtsräten neu diskutiert werden, heißt es aus Stadlers Umfeld. Ob Hoeneß sein Amt in diesem Fall aufgeben müsse, will Stadler nicht kommentieren. Ein Audi-Sprecher sagte lediglich: „Bevor wir nicht definitiv wissen, ob das Gericht die Anklage gegen Uli Hoeneß zulassen wird, sollten wir nicht spekulieren, welche Konsequenzen das haben könnte.“

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Neben Stadler und Edmund Stoiber sitzen im Aufsichtsrat von Bayern München unter anderem Adidas-Chef Herbert Hainer, VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges. Die Mitglieder des Kontrollgremiums sind laut Aktiengesetz verpflichtet, die Vorwürfe gegen Hoeneß rechtzeitig zu prüfen, um so Schaden vom Unternehmen abzuwenden.

Die Staatsanwaltschaft München hatte Ende Juli Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben.

dpa
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