Baugeld: Deutsche riskieren mehr beim Hauskauf
Ein neues Gesetz soll die Kredite von Privatleuten neu regeln. Bei Immobilienkrediten gibt es Kritik.
Foto: Getty ImagesDer Durchschnittsdeutsche gilt als konservativ. Erst recht, wenn es um das Eigenheim geht. Doch seit ein paar Jahren stimmt dieses Klischee nicht mehr: In den Metropolen nehmen Hauskäufer höhere Kredite auf. Und sie bringen weniger Eigenkapital mit. Die höheren Häuserpreise machen es nötig. Die verlockend niedrigen Zinsen machen es möglich. Doch mancher Hauskäufer könnte sich verkalkuliert haben.
Der Baugeldvermittler Interhyp hat für Handelsblatt Online Kredite und Kaufpreise für acht deutsche Großstädte zwischen 2009 und 2013 ausgewertet. Die Analyse umfasst ein Kreditvolumen von fünf Milliarden Euro. „Die Baufinanzierung hat sich in den Metropolen im Zuge des Immobilienbooms gewaltig verändert“, sagt Michiel Goris, Vorstandschef von Interhyp. „Viele althergebrachte Regeln gelten heute so nicht mehr“.
Die Tendenz ist klar: Die realen Kaufpreise für Immobilien sind in den meisten Metropolen deutlich gestiegen. In München kletterten die Preise in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 21,4 Prozent, in Frankfurt um 19,2 Prozent, in Frankfurt sogar um 26 Prozent. Nur im Osten der Republik sah es anders aus: In Berlin stiegen die Häuserpreise im selben Zeitraum nur um 3,6 Prozent, in Dresden fielen sie um 1,5 Prozent.