Grassimesse: Von Hand gemachte Statements fallen auf
Düsseldorf. Exklusive Unikate, kleine Serien sowie serielles Design bestimmen das Angebot der Grassimesse. Am letzten Oktoberwochenende beteiligen sich 140 Ausstellende an rund 80 Ständen an der beliebten, jurierten Leistungsschau. Wie immer findet sie in dem attraktiven Art-déco-Bau des Grassimuseums in Leipzig statt.
Riesig ist die Auswahl an Schmuck. 20 Designerinnen und Designer locken hier mit Entwürfen, die vor kaum einem unorthodoxen Material haltmachen. Mal ist der Look edel, mal poppig, mal lustig. Fünf Wochen vor der Adventszeit könnten hier Wünsche reifen. Aber auch Möbel, Keramik, Textilien, Glas und Metall überzeugen durch ihre Materialität und handwerkliche Verarbeitung. Sie setzen bewusst einen Kontrapunkt zur industriellen Massenware.
Überraschendes bietet auch die Sektion Papier. Antje Stumpe vom Spielzeuglabel Musekind wartet mit einem Spielhaus auf, das Kinder definieren, bemalen und verzieren können. Ob Dinosaurierapartment oder Eispalast, Einhornschule oder Lokschuppen, das Kinderwerk lässt sich später platzsparend zusammenklappen und im Bücherregal verstauen.
Auch der Weber Andreas Möller verblüfft: in diesem Fall mit textilen Kunstwerken. Sie sind nicht nur farbschön verschlungene Fäden, sondern ein Stück Kultur, das sich am Hals tragen lässt oder das in der Küche für unerwartete Farbstellungen sorgt.
Die Grassimesse wurde 1920 ins Leben gerufen und hat dank ihrer Jury-Auswahl ein Alleinstellungsmerkmal, das bis heute wie ein Gütesiegel wirkt. Bis 1941 stellten rund 1500 Kunsthandwerker und Kunsthandwerkerinnen, Gestalter, Kunstschulen, Künstlervereinigungen und Firmen vorwiegend aus Deutschland, Österreich und Skandinavien aus, vom Bauhaus bis zur Wiener Werkstätte.
Neu begründet wurde die Verkaufsmesse für originelles Handwerk im Jahr 1997. Seitdem ist die Grassimesse wieder Anlaufpunkt für Individualisten, die das Besondere suchen und vor Statements nicht zurückschrecken.
Grassimesse 2024 im Grassimuseum Leipzig, Johannisplatz 5-11
Donnerstag, 24. Oktober: 18 Uhr Eröffnung und Preisverleihung, 19 bis 21.30 Uhr freier Rundgang
Freitag, 25. Oktober: 10 bis 19 Uhr
Samstag, 26. Oktober: 10 bis 19 Uhr
Sonntag, 27. Oktober: 10 bis 18 Uhr