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Stage BregenzSchauplatz Seebühne - Jetzt für die Kunst

Die neue Boutique-Messe „Stage“ verbindet aktuelle Kunst und Design. Die Aussteller reizt die strategische Lage zwischen der Ostschweiz, Südwestdeutschland und dem Westen Österreichs.Stefan Kobel 22.02.2024 - 14:31 Uhr aktualisiert
Eine außerordentliche Kulisse bietet das berühmte Festspielhaus am Bodensee für die neue „Stage Bregenz“. Foto: Stage Bregenz

Bregenz. Spektakulär ist vielleicht ein etwas großes Wort für eine Kunstmesse. Wenn jedoch das berühmte Festspielhaus am Bodensee die Kulisse für die neue „Stage Bregenz“ abgibt, darf gestaunt werden. Schon im Eingangsbereich öffnet sich zwischen den Ständen der Blick auf das Seepanorama.

Angst, dass die Kunst hier zur Nebensache wird, müssen die Aussteller wahrscheinlich nicht haben. Mit Bedacht ist im Seefoyer die kuratierte Sektion mit medienübergreifenden Kunstpraktiken („Interplay“) untergebracht. Sie bietet selbst ausreichend Schauwerte.

So zeigt die Berliner Galerie Office Impart hier Arbeiten von Hannah Sophie Dunkelberg, deren Körbe als Skulptur wie auch als dreidimensionale Malerei gelesen werden können. Wer den kurzen Weg durch die schwere Doppeltür wählt, schreitet durch den Zuschauerraum hinab zur Hauptbühne, die ausnahmsweise der Kunst bereitet ist.

„Influx & Efflux“ heißt so griffig wie sperrig eine kleine kuratierte Sektion mit sieben Positionen, „deren Arbeiten auf Wandlungsfähigkeit, Transformation und Metamorphose beruhen.“ Hier präsentiert Gregor Podnar aus Wien den in Slowenien lebenden gebürtigen Russen Vadim Fishkin. Dessen 13-teilige Wand-Installation „Dark Times“ negiert mit ihren geschwärzten Wanduhren eben diese Eigenschaften. Dafür sind 35.000 Euro veranschlagt.

Gilbert Bretterbauers „Love-Seat“ ist ein Möbelstück für küssende und plaudernde Verliebte. Foto: rauminhalt_harald bichler

Warum nimmt der ehemalige Berliner Galerist neben der „Viennacontemporary“, bei der er Mitglied des Messe-Komitees ist, noch an einer zweiten Messe in Österreich teil? Das habe strategische Gründe, erzählt er dem Handelsblatt. Die günstigen Standpreise, die Messedirektor Renger van den Heuvel dank der Unterstützung durch die Stadt anbieten kann, seien für ihn kein entscheidendes Argument für die Teilnahme gewesen. „Wenn man zu wenig verkauft, ist alles teuer“, erklärt er. Vielmehr reize ihn die strategische Lage zwischen der Ostschweiz, Südwestdeutschland und dem Westen Österreichs. Das Publikum hier sei ein ganz anderes als in Wien.

Von der Hauptbühne geht es weiter zur kleineren Seitenbühne, im Grunde genommen ein Durchgang. Etwas Transitorisches, Unbestimmtes haben die sieben schon in der Architektur völlig unterschiedlichen Stände des Bereichs Art/Design. Das innovative Format macht im Kleinen das vor, was die „Design/Miami“ bei ihrer Gründung in Miami vor fast zwei Jahrzehnten wahrscheinlich gerne gewesen wäre und was jetzt aktuell ein Trend zu werden scheint: Die mit Cross Over unzulänglich beschriebene Auflösung oder Vermischung der Sparten und Kunst und Design.

Rauminhalt aus Wien bespielt die drei Kompartimente seines T-förmigen Standes mit drei Künstlern: Bernhard Hausegger, Gilbert Bretterbauer und Sébastien de Ganay. Weit in den Gang hinein stehen die Möbel aus Gießharz Hauseggers. „Angewandte Skulpturen“ nennt sie Galerist Harald Bichler. Tatsächlich sehen die Einzelstücke vom Hocker bis zur überlangen Sitzbank für Preise von 3500 bis 7500 Euro aus wie Mobiliar aus einem Cartoon. Die Gemälde an der Wand greifen ebenfalls die Optik von Comics auf, transportieren jedoch subtil zeitkritische Themen. Die Grenzen zwischen High & Low, Kunst und Leben werden werden so spielerisch miteinander verwoben.

In der Werkstattbühne präsentiert sich das Hauptfeld mit 26 Ausstellern recht übersichtlich. Wohl eher zufällig überwiegt hier nicht figurative Malerei. Nicht überraschend stammen hier die meisten Aussteller aus Wien. Zum einen gibt es außerhalb der Hauptstadt nur wenige Marktteilnehmer von Format. Zum anderen hat der Messegründer und Eigentümer einen einschlägigen Hintergrund. Renger van den Heuvel war zuvor Direktor der Viennacontemporary und der „Spark Art Fair“ und er ist in der österreichischen Kunstszene gut vernetzt.

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Dass van den Heuvel jetzt in Bregenz eine mit 45 Ausstellern überschaubare Boutique-Messe auf die Bein stellen kann, verdankt er vor allem der lokalen Politik, die Kultur als Standortfaktor begreift. Auf drei Jahre hat die Stadt ihm eine Finanzierungszusage gemacht, erzählt er. Hinzu kämen jeweils Förderungen von Land und Bund. Dabei bringe die Politik sich nicht nur mit Geld ein: „Der Design-Fokus geht im Grunde auf die Initiative der Stadt Bregenz zurück. Vorarlberg hat sowieso eine gewisse Tradition von Kunsthandwerk im Zusammenhang mit Architektur. Von daher lag es nahe, Design von Anfang an mitzudenken.“

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Die Sektion soll also noch wachsen. Dieses Jahr findet die Stage jedoch zeitgleich mit „Nomad“ in St. Moritz statt. Er hoffe, nächstes Jahr, wenn sich die Termine nicht überschneiden, einige Aussteller von dort zu bekommen, sagt Renger. Denn zukünftig solle die Stage im März stattfinden, wenn denn die „Arco“ in Madrid wieder auf ihren Februar-Termin zurückkehrt.

Der Messekalender ist eng, und renommierte wie innovative Galerien sind Objekt der Begierde jedes Veranstalters. Um rund zehn gute Aussteller solle die Stage noch wachsen. Dafür müssen zur Premiere, die bis Sonntag 18 Uhr dauert, zunächst einkaufsfreudige Sammlerinnen und Sammler mitspielen: Zeitgenössische Kunst und gewitztes Design nutzen Festspielhaus und Seepanorama schon mal als große Bühne.

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