Handelsblatt Today: Warum Anleger sich von der Rally an den Märkten nicht euphorisieren lassen sollten
Düsseldorf. Während noch vergangene Woche die Gewinnrückgänge bei den großen US-Geldhäusern die Stimmung der Anlegerinnen und Anleger an der Wall Street trübte, scheint es nun eine Kehrtwende zu geben: Sowohl der Leitindex Dow Jones als auch der breiter angelegte S&P 500 und der Technologieindex Nasdaq 100 stiegen merklich an.
Auch das über den Erwartungen liegende Ergebnis des zweitgrößten US-Kreditinstituts Bank of America, das dessen Aktien um mehr als sechs Prozent nach oben trieb, wurde als positives Zeichen an der Wall Street aufgenommen. Dabei sei das Ende des Bärenmarktes noch nicht erreicht, meint Börsenexperte Markus Koch und gibt einen Überblick über die Auswirkungen des starken Dollars, der drohenden Rezession und des angekündigten Zinsanstiegs.
Der Raffineriestreik in Frankreich
Außerdem: Aufgrund des über zwei Wochen anhaltenden Streiks der französischen Mitarbeiter von Total Energies und Exxon Mobil kann rund ein Drittel aller Tankstellen in Frankreich keinen Sprit anbieten. Doch es sind längst nicht mehr nur Mitarbeitende der Raffinerien Frankreichs: Das Linksbündnis Nupes ruft zur Demonstration „gegen das teure Leben“ auf. In den kommenden Tagen werden auch Bahn- und Nahverkehr-Mitarbeitende ihre Tätigkeiten zeitweise niederlegen.
„In Frankreich gibt es eine etwas zersplitterte Gewerkschaftslandschaft“, erklärt Handelsblatt-Frankreichkorrespondent Gregor Waschinski. Er sieht die eher linksorientierte radikalere Gewerkschaft CGT (Confédération Générale du Travail) als treibende Kraft hinter den Streiks.
Im Podcast spricht Waschinski mit Host Ina Karabasz über die innerpolitischen Auswirkungen des Streiks: „Auch Frankreich hat mit hohen Gas- und Energiepreisen zu kämpfen. Damit sind die Probleme, die durch die Streiks entstehen, weitere Tropfen, die das Fass zum Überlaufen bringen“, so Waschinski.
Die französische Regierung unter Emmanuel Macron umgeht durch Maßnahmen wie die, dass systemrelevante Arbeitskräfte unter die Versorgungspflicht fallen, die Streikresistenz. „Es stimmt, dass derzeit viele Demonstrationen zugange sind, aber Umfragen haben auch gezeigt, dass der Großteil der französischen Bevölkerung mit dem Handeln dieser einzelnen Gewerkschaften nicht zufrieden ist und sie einfach nur ihren Sprit wiederhaben möchten“, erklärt Waschinski.
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