Batterieverordnung: Neue EU-Regel irritiert Deutschlands Industriebetriebe
München, Brüssel, Düsseldorf. Als Ende März der Batteriehersteller Northvolt mit dem Bau seiner ersten Gigafabrik im schleswig-holsteinischen Heide an den Start ging, klang die Politik noch euphorisiert. „Investitionen wie die von Northvolt sind für unser Land und für Europa von strategischer Bedeutung“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) anlässlich des Baubeginns für das Batteriewerk. Bund und Land fördern das Projekt mit rund 900 Millionen Euro.
Als Autoland Nummer eins brauche es „Batteriezellen made in Germany, made in Europe“, sagte Scholz und betonte: „Deutschland war, ist und bleibt ein starkes Industrieland.“
Neben der schwachen Nachfrage nach Elektroautos sehen sich Batterieprojekte wie das in Heide mit einem weiteren Nachteil konfrontiert: Die geplante europäische Batterieverordnung, die vor allem für Deutschland Standortnachteile mit sich bringen könnte. Es geht um die Frage, wann eine Autobatterie als grün gilt – und wie sich der Strommix berechnet, der für die Herstellung solch grüner Batterien verwendet werden darf.
Das Thema ist so brisant, dass gleich fünf Industrieverbände – der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), die Branchenverbände für Auto und Chemie, VDA und VCI, sowie die Verbände für Maschinenbau VDMA und Elektrotechnik ZVEI – in den vergangenen Wochen bei Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) interveniert haben.