Schweiz: SNB-Entscheid am Donnerstag – Die Rückkehr der Negativzinsen
Frankfurt. Wie schnell sich die Lage ändern kann: In der Schweiz diskutieren Notenbanker und Experten über eine bevorstehende Rückkehr zu negativen Leitzinsen. Was nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Michael Pfister noch vor einigen Monaten „undenkbar“ schien, könnte bereits am Donnerstag mit dem nächsten Zinsentscheid Realität werden.
Kaum drei Jahre hätte die inflationsbedingte Abkehr von Negativzinsen damit gehalten. Mit Zinserhöhungen in schneller Abfolge schien Mitte 2022 ein einmaliges Experiment unorthodoxer Geldpolitik in der Schweiz sowie der Euro-Zone zu enden. Ein Trugschluss.
An den Finanzmärkten laufen Wetten, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) ihren Leitzins von 0,25 Prozent jetzt wieder unter null drücken könnte. Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint von einer solchen Rückkehr in die Negativzinsen noch weit entfernt zu sein, schließlich liegt der für die Spar- und Kreditzinsen maßgebliche EZB-Einlagensatz bei 2,0 Prozent. Doch vereinzelt treibt Experten eine böse Vorahnung um.
In gewisser Hinsicht ähnelt sich die Situation von SNB und EZB: Die von Donald Trumps Politik ausgelöste Vertrauenskrise veranlasst Investoren, Dollar-Anlagen Richtung Schweiz und Euro-Raum abzuziehen. Dadurch haben beide Währungen – Franken wie Euro – seit dem Frühjahr um mehr als zehn Prozent aufgewertet.