ETF: Indexfonds gewinnen an Bedeutung – wie das den Kapitalmarkt verändert
Frankfurt. Für manche Anleger ist die Abkürzung fast eine magische Formel: ETF. Die drei Buchstaben stehen für Exchange Traded Funds, also börsengehandelte Fonds. Bereits in den 90er-Jahren wurden die ersten ETFs an den Börsen gelistet, in den vergangenen 15 Jahren haben diese schlichten und preiswerten Anlageprodukte die Geldanlage vieler Investoren und damit auch die Finanzbranche geradezu umgewälzt.
Seit 2019 hat sich das Marktvolumen des globalen ETF-Marktes von 5,4 Billionen US-Dollar fast verzweieinhalbfacht auf gut 13 Billionen Dollar, wie Zahlen des Researchhauses Morningstar zeigen. In der vergangenen Dekade hat sich das Vermögen sogar verfünffacht.
Der überwiegende Teil sind passive, indexnachbildende ETFs, zumeist auf Aktien mit heute gut zwölf Billionen Dollar. Mit knapp zehn Billionen Dollar wird das meiste Kapital in den USA angelegt, wo ETFs steuerbegünstigt sind. Gut zwei Billionen Dollar ETF-Vermögen gibt es in Europa, einen kleinen Teil in Asien. In den USA stellen auf Börsenindizes bezogene, passive Anlagestrategien - das sind neben ETFs Indexfonds und Mandate für Großinvestoren - inzwischen mehr als 50 Prozent des Fondsmarkts. In Europa machen sie Morningstar zufolge rund 30 Prozent aus.
Neue Daten und Untersuchungen machen deutlich, dass sich der Siegeszug dieser neuen Art des Investierens weiter fortsetzen wird. Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin die passive Anlage, bei der bestimmte Börsenindizes abgebildet werden. Aber auch das Geschäft mit aktiv gemanagten ETFs legt zu.