Handelsblatt-Musterdepots: Das Nachhaltigkeitsdepot: Wahrscheinliche Korrekturen – Investoren hoffen auf „sanfte Landung“ der Wirtschaft
Die Strategen (v. l.): Laetitia-Zarah Gerbes (Acatis Investment), Gabriele Hartmann (Perspektive Asset Management) sowie David Wehner (Do Investment)
Foto: privatFrankfurt. Entgegen allen Erwartungen haben die internationalen Aktienmärkte in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. Zu den gefragtesten Sektoren in den ersten Handelswochen des Jahres 2023 gehören Technologiewerte und Automobilaktien. Das kam für die meisten Anlegerinnen und Anleger sehr überraschend.
Angesichts steigender Zinsen und rückläufigen Wachstums war die Skepsis gegenüber Aktien sehr groß. Als bevorzugtes Anlagesegment wurden von einigen Experten sogar Barmittel genannt. Ihre pessimistischen Einschätzungen für das Jahr 2023 geben nun einige Investmenthäuser auf und korrigieren die Prognosen nach oben.
Wer hätte im September vergangenen Jahres gedacht, dass sich der deutsche Aktienmarkt, gemessen am Dax, um knapp 30 Prozent erholen wird und der Leitindex auf ein 52-Wochen-Hoch steigt? Wie viel Optimismus ist jetzt noch gerechtfertigt?
Die Hoffnung der Investoren stützt sich auf eine „sanfte Landung“ der globalen Wirtschaft, getragen von einer sinkenden Inflation, robusten Konjunkturdaten und der erfolgreichen Kehrtwende Chinas in der „Null-Covid-Politik“.
Dieser Optimismus an den Börsen erscheint teils gerechtfertigt, seitdem der US-Arbeitsmarkt auf ausreichend Kaufkraft hinweist und eine robuste amerikanische Wirtschaft widerspiegelt. Zudem fand Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Fed, am Dienstag die richtigen Worte für Anlegerinnen und Anleger: Es sei unabdingbar, auf Sicht zu fahren, und nur wenn die Arbeitskosten massiv ansteigen, sehe er Handlungsbedarf.