Wagniskapital: Investorinnen brechen mit ihrem eigenen Netzwerk in die Männerdomäne der Start-ups ein
Sie gehören mit zu den Managerinnen des Netzwerks.
Foto: VDU, K+S KALI, laif, MontageFrankfurt, Hamburg. Jung, weiß und männlich – so sieht es in der Regel im Management bei den Start-ups und Venture-Capital-Fonds aus. Doch damit soll jetzt Schluss sein. 60 Topmanagerinnen gründen unter dem Namen Encourage Ventures das nach eigenen Angaben größte Investorinnen-Netzwerk in Deutschland.
„Wir wollen die Start-ups mit Frauen im Gründerteam über alle Wachstumsphasen hinweg begleiten. Das heißt, von der Seed-Phase bis zum Börsengang stellen wir unser Know-how zur Verfügung“, erklärt Ina Schlie, Gründungsmitglied und Co-Vorsitzende von Encourage Ventures, im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Das Netzwerk sei als Verein organisiert, damit wolle man Interessenkonflikte der Mitglieder ausschließen. „Nur rund 15 Prozent der Start-ups werden von Frauen gegründet. Wir wollen diesen Anteil erhöhen und für mehr Vielfalt sorgen. Wir wollen auch Vorbilder sein und Mut machen“, ergänzt Gründungsmitglied und Multiaufsichtsrätin Alexa Hergenröther. Die direkten Investments aus dem Netzwerk heraus fingen üblicherweise bei rund 25.000 Euro an und könnten bis in den Millionenbereich gehen.
Die Mitglieder von Encourage Ventures kommen aus Bereichen wie Tech, Finanzen, Investmentbanking. Personalwesen und Software. Zu welcher Branche die Start-ups gehören, spielt zunächst keine Rolle. „Bei den Start-ups sollte mindestens eine Frau im Vorstand, im Gründerteam oder im Management sein. Am liebsten sind uns paritätisch besetzte Gremien“, erklärt Hergenröther.