Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Corona und die Banken UBS und Credit Suisse zahlen die Hälfte ihrer Dividende erst später

Eine Vielzahl der deutschen Banken zahlt vorerst kein Geld an Aktionäre aus. Nun machen auch Schweizer Großbanken bei ihren Dividenden Abstriche.
09.04.2020 Update: 09.04.2020 - 09:05 Uhr 1 Kommentar
Corona: Auch die Commerzbank verzichtet auf Dividende Quelle: Jan Huebner
EZB vor der Frankfurter Skyline

Die Europäische Zentralbank hatte Banken dazu aufgefordert, auf Gewinnausschüttungen zu verzichten. Von der Schweizer Aufsicht Finma kamen ähnliche Forderungen.

(Foto: Jan Huebner)

Frankfurt, Zürich, Stuttgart Zahlreiche Banken setzen nach einer Anweisung der Europäischen Zentralbank (EZB) ihre Dividendenzahlungen aus.

Eine ähnliche Forderung, auf Gewinnausschüttungen zu verzichten, kam auch von der Schweizer Aufsichtsbehörde Finma. Deren Druck fügten sich nun die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse und machen bei ihren Dividenden Abstriche.

Beide Institute wollen eigenen Angaben vom Donnerstag zufolge für das Jahr 2019 zwar unverändert viel an die Aktionäre ausschütten wie bisher, allerdings in zwei Tranchen: Die eine Hälfte im Frühling, die andere im vierten Quartal 2019.

UBS und Credit Suisse betonten gleichzeitig, dass sie sich die Auszahlung des gesamten Betrags trotz der Auswirkungen der Coronavirus-Krise hätten leisten können.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die UBS rechne mit einem Anstieg des Quartalsgewinns auf rund 1,5 (Vorjahresperiode 1,1) Milliarden Dollar. Auch nach Berücksichtigung von Wertberichtigungen für Kreditrisiken und Bewertungsanpassungen des eigenen Kreditrisikos habe sich das Geschäft stark entwickelt.

    „Dennoch haben wir vor dem Hintergrund der großen und beispiellosen Unsicherheit auf Forderung der Finma die beantragte Dividendenausschüttung für 2019 angepasst“, erklärte Präsident Axel Weber.

    Die UBS peilt für 2019 weiterhin die Ausschüttung von 0,73 Dollar je Aktie in bar oder insgesamt rund 2,6 Milliarden Dollar an. Zunächst sollen im Mai 0,365 Dollar pro Aktie an die Eigner fließen. Zudem will das Institut eine spezielle Dividendenreserve von 0,365 Dollar pro Aktie schaffen, die nach einer außerordentlichen Generalversammlung im November ausgezahlt werden soll.

    Auch der Erzrivale Credit Suisse will eine Hälfte der Dividende von 0,2776 Franken je Aktie im Frühling und die andere im Herbst auszahlen. Die Bank hätte auch die vollen 678 Millionen Franken tragen können, teilte sie mit.

    Angesichts der Herausforderungen der Epidemie erachte die Credit Suisse die Reaktion auf das Ersuchen der Finma allerdings als einen umsichtigen Schritt zum Kapitalschutz. Zudem hätten sich Wettbewerber ähnlich entschieden.

    Die Schweizer Großbanken gehören zu den letzten europäischen Branchenvertretern, die den Forderungen der Regulatoren nachgeben. Länger als ihre ausländischen Konkurrenten hatten sich UBS und Credit Suisse gegen einen ähnlichen Schritt gewehrt.

    Doch nun erklärte die Finma, sie begrüße den Teil-Aufschub der Auszahlungen. Die Behörde habe die Verwaltungsräte beider Banken schriftlich um ein Überdenken ihrer Ausschüttungspläne ersucht. Die Vorsichtsmassnahme der beiden Institute sei ein Weg, verantwortungsvoll mit den großen Unsicherheiten der Pandemie und mit Aktionärserwartungen umzugehen.

    Die meisten Banken in Deutschland verzichten auf Dividende

    In Deutschland hatte am Vortag Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verkündet, nun die Entscheidung über eine Dividende an ihre Eigentümer auf Herbst zu verschieben. Das habe der Vorstand beschlossen, dem Land Baden-Württemberg, dem Sparkassenverband und der Stadt Stuttgart vorzuschlagen, teilte die größte deutsche Landesbank am Donnerstag mit.

    Eigentlich hatte der Vorstand geplant, den drei Eigentümern bei der Hauptversammlung im Mai eine Ausschüttung von 259 Millionen Euro nach 250 Millionen Euro im Vorjahr vorzuschlagen.

    Trotz der andauernden Niedrigzinsphase hatte die LBBW ihren Gewinn im vergangenen Jahr merklich gesteigert. Das Ergebnis nach Steuern fiel mit rund 444 Millionen Euro 7,5 Prozent höher aus als 2018.

    Zuvor hatten viele Banken erklärt, auf eine Gewinnausschüttung zu verzichten, darunter zuletzt die Aareal Bank.

    Auch die Helaba und die BayernLB haben ihre Dividende ausgesetzt. Finanzkreisen zufolge will auch die DZ Bank Beschluss und Auszahlung der Dividende vertagen.

    Die nach der DZ Bank zweitgrößte deutsche Genossenschaftsbank, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank), will dagegen an einer Dividendenzahlung festhalten.

    Ende März gab bereits die Commerzbank in einer Adhoc-Mitteilung bekannt, dass sie für 2019 keine Dividende vorschlagen werde. „Für das laufende Geschäftsjahr 2020 wird der Vorstand solange keine Dividendenzahlung vorsehen, bis die Unsicherheiten durch Covid 19 beendet sind. Danach wird er darüber gegebenenfalls neu entscheiden“, hieß es weiter.

    Zuvor hatten bereits die niederländischen Institute ABN Amro, ING, Rabobank und die italienische UniCredit sowie zahlreiche kleinere Geldhäuser im Euro-Raum bekanntgegeben, vorerst kein Geld an Aktionäre auszuschütten.

    In Großbritannien folgten die Geldhäuser Barclays, HSBC, Lloyds, Royal Bank of Scotland und Standard Chartered dem Beispiel ihrer kontinentaleuropäischen Wettbewerber und stoppten ihre Dividenden-Ausschüttungen.

    EZB hatte Banken zum Dividendenverzicht aufgefordert

    Die EZB hatte Banken im März dazu aufgefordert, wegen der Virus-Pandemie bis mindestens zum 1. Oktober keine Dividenden für die Jahre 2019 und 2020 zu zahlen.

    Von den Schweizer Behörden kam eine ähnliche Aufforderung. Sie rieten den Banken zu einer „sorgfältigen Abwägung“ darüber, wie hoch die Dividenden im aktuellen Umfeld ausfallen sollten. Die EZB hat keine Aufsichtsbefugnis über die Schweizer Banken.

    „Obwohl wir gut kapitalisiert und finanziert sind, halten wir es für klug, die Empfehlungen der EZB zu befolgen“, sagte ING-Chef Ralph Hamers, der im Jahresverlauf Vorstandschef der UBS werden soll.

    Die Bank habe dadurch mehr Flexibilität, um Kunden und die Gesellschaft bei der Bekämpfung der Corona-Krise zu unterstützen. „Dies sind außergewöhnliche Zeiten für uns alle.“ Nach dem 1. Oktober werde ING weitere Entscheidungen über ihre Dividendenpolitik fällen.

    Bei ABN Amro hieß es, die Folgen der Virus-Krise für Kunden, die Qualität des Kreditportfolios und die gesamte Wirtschaft seien noch nicht abschätzbar. Im ersten Quartal erwarte die Bank einen Rekordverlust, auch weil sich ein Kunde in den USA mit riskanten Wertpapieren verzockt hatte. Daher werde ABN Amro den Rat der EZB befolgen und die Dividendenpläne zunächst auf Eis legen.

    Auch die spanische Großbank Santander hatte angekündigt, die geplante Zwischendividende ausfallen zu lassen. Die Mittel sollten genutzt werden, um Menschen und Unternehmen in Not zu helfen, begründete die größte Bank der Euro-Zone den Schritt.

    UniCredit plante ebenfalls, keine Gewinnausschüttung zu machen und auch die Aktienrückkäufe auszusetzen. Die Münchner HypoVereinsbank, die zur UniCredit gehört, darf dagegen wie geplant eine Dividende von knapp 3,3 Milliarden Euro an den italienischen Mutterkonzern überweisen, wie Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling dem „Handelsblatt“ sagte.

    „Wir wollen mit der Empfehlung verhindern, dass in der aktuell unsicheren Lage durch Ausschüttungen womöglich später dringend benötigtes Kapital aus dem Bankensystem abfließt. Bei Zahlungen zwischen Mutter- und Tochterunternehmen innerhalb von Bankkonzernen ist das aber nicht der Fall.“

    Die Deutsche Bank trifft der Dividenden-Rat der EZB nicht, da sie wegen ihres Konzernumbaus bereits angekündigt hatte, auf Gewinnausschüttungen für 2019 und 2020 zu verzichten.

    Mehr: Die europäischen Bankenaufseher fordern die Kreditinstitute auf, ihr Eigenkapital nicht zu verschleudern, sondern vor allem in Europa einzusetzen.

    • rtr
    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Corona und die Banken - UBS und Credit Suisse zahlen die Hälfte ihrer Dividende erst später
    1 Kommentar zu "Corona und die Banken: UBS und Credit Suisse zahlen die Hälfte ihrer Dividende erst später"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Im Moment gehen wir davon aus, dass wir die Dividende für 2019 zahlen werden", sagte Finanzchefin Bettina Orlopp am Donnerstag bei einer Branchenkonferenz in London.

      "Wir hatten eine sehr gesunde Kapitalposition Ende 2019. Das ist eine gute Ausgangsposition für die jetzige Situation", sagte Orlopp. Zudem sei die Bank gut in das Jahr gestartet. "Die ersten zwei Monate waren sehr gut - sowohl auf der Ertrags- als auch auf der Risikoseite." Auch im März rechnet die Finanzchefin nicht mit einer hohen Risikovorsorge für faule Kredite."

      Aussagen vom 19.03.2020

      Seriös sieht wohl anders aus.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%