Deutsche Bank steigert Gewinn: „Bestes Ergebnis seit 2013“
Frankfurt. Die Deutsche Bank hat vor allem dank Geschäften ihrer Investmentbank zum Jahresauftakt deutlich mehr verdient, als Analysten im Vorfeld erwartet hatten. Der Vorsteuergewinn des Instituts stieg um zehn Prozent auf etwa zwei Milliarden Euro.
Nach Steuern blieben dem Institut 1,275 Milliarden Euro, wie die größte deutsche Privatbank am Donnerstag mitteilte. Analystinnen und Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Vorsteuergewinn von knapp zwei Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 1,2 Milliarden Euro gerechnet.
Die Bank habe „das beste Ergebnis seit 2013 erzielt“, stellte Vorstandschef Christian Sewing fest. Und bekräftigte, man sei davon überzeugt, „auf allen Ebenen weitere Fortschritte zu erzielen“, auch habe das Institut „unsere Ziele für 2025 fest im Blick“.
Aktie legt deutlich zu – größter Dax-Gewinner
Auf den zweiten Blick scheinen die Zahlen viele Anleger überzeugt zu haben. Nachdem der Aktienkurs des Instituts vormittags ins Minus rutschte, lag er nachmittags mehr als sechs Prozent im Plus. Seit Jahresbeginn haben Aktien des Instituts damit um mehr als 20 Prozent zugelegt.
Lob für das Ergebnis kam von der Ratingagentur Moody’s. Die Quartalszahlen zeigten weitgehend stabile Margen, Fortschritte in bestimmten Geschäften wie Anleiheplatzierungen und M&A-Beratung sowie eingedämmte Kosten. Dadurch habe die Bank ein „solides Polster“, um Risikokosten abzufedern. Die erkennt Moody’s vor allem bei gewerblichen Immobilienkrediten in den USA sowie in Rechtsrisiken.
Die Analysten Thomas Hallett und Andrew Stimpson der Investmentboutique sprachen „von vernünftigen Ergebnissen, die auf kleinere Verbesserungen in allen Sparten zurückzuführen sind“. Der Fokus der Finanzprofis dürfte sich aus ihrer Sicht auf Nettozinserträge und den Ausblick der Bank konzentrieren.
Denn die Einnahmen aus Zinsgeschäften sind im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Kunden verlangen mittlerweile höhere Zinsen für ihre Einlagen, zugleich bleibt das Interesse von Unternehmen und Verbrauchern an Bankkrediten verhalten, das Kreditvolumen stagnierte.
In einer Mitteilung an die Beschäftigten schrieb Sewing deshalb: „Besonders positiv stimmt uns, dass wir den Provisionsüberschuss um elf Prozent steigern konnten.“ Dank der höheren Gebühreneinnahmen konnte die Bank den sinkenden Zinsüberschuss konzernweit ausgleichen.
Das schwierige Zinsgeschäft wirkt vor allem auf die Ergebnisse im Firmen- und im Privatkundengeschäft. Die Erträge und der Vorsteuergewinn der Unternehmensbank sind gesunken. Zwar nahm die Sparte auch mehr Gebühren ein, diese konnten das Zinsergebnis aber nicht ausgleichen.
Die Privatkundenbank konnte die sinkenden Zinsgewinne durch höhere Provisionseinnahmen ausgleichen. Das Gewinnplus fiel aber geringer aus als von Analysten erwartet.
Das Investmentbanking legt deutlich zu
Die Analysten der UBS betonten, das Institut habe die Erwartungen dank der Investmentbank-Sparte übertroffen, alle anderen Sparten hätten ihre Ziele aber operativ verfehlt. Tatsächlich ist die Investmentbank der große Gewinner des Quartals. Sie schnitt mit einem Vorsteuergewinn von 1,2 Milliarden Euro deutlich besser ab als im Vorjahr.
Vor allem im Anleihe- und Währungshandel verdiente das Institut deutlich mehr. Das ist nicht selbstverständlich: JP Morgan hatte in diesem Bereich weniger verdient, bei der französischen Großbank BNP Paribas sind die Einnahmen aus dem Anleihehandel sogar regelrecht eingebrochen.
Auch im Emissions- und Beratungsgeschäft lief es für die Bank gut: Mit Anleiheplatzierungen und der Beratung bei Fusionen oder Übernahmen hat die Deutsche Bank spürbar mehr als im Vorjahr verdient. Das Institut hob hervor, es habe in diesem Bereich Marktanteile gewonnen, außerdem habe sich dieses Geschäft insgesamt wieder belebt.
Die Vermögensverwaltungssparte, hinter der die Fondstochter DWS steht, sammelte netto zwar mit acht Milliarden Euro sehr viel mehr Kundengelder ein. Doch ihr Gewinn stieg dabei kaum. Das dürfte daran liegen, dass der Fondsanbieter vor allem mit seinen Indexfonds bei Kunden punkten konnte. Die Gewinnspannen bei solchen passiven Anlageprodukten sind relativ niedrig.
Die Kosten hielt die Bank, die im Februar einen Stellenabbau von 3500 Jobs angekündigt hatte, unter Kontrolle. Die Ausgaben sanken im ersten Quartal um 2,8 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Dadurch verbesserte sich das Verhältnis von Kosten zu Erträgen. Die Bank gab für jeden verdienten Euro 68 Cent aus. Im Vorjahr waren es noch 71 Cent.
Das Institut führte zur Begründung an, dass es Filialen geschlossen und Arbeitsplätze abgebaut habe und dadurch weniger ausgeben musste. Allerdings ist die Zahl der Mitarbeiter seit dem Jahreswechsel wieder um knapp 200 auf 90.323 Vollzeitstellen gestiegen.
Verglichen mit dem Vorjahresquartal ist die Zahl der Beschäftigten sogar fast um 4000 Stellen gestiegen. Dennoch bezifferte die Bank die erreichten und erwarteten Einsparungen aus „abgeschlossenen Effizienzmaßnahmen“ auf insgesamt 1,4 Milliarden Euro.
