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Geschäftskonten Digitaler Kontoanbieter gewinnt Investoren von N26

Junge Smartphonebanken stehen international hoch im Kurs. Jetzt buhlen sie auch um Firmenkunden – Qonto erhält dafür mehr als 100 Millionen Euro.
21.01.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren
Qonto: Digitaler Kontoanbieter gewinnt Investoren von N26 Quelle: Qonto
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Fokus auf Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern.

(Foto: Qonto)

Frankfurt Um sein Vorbild macht Philipp A. Pohlmann keinen Hehl. „Wir wollen das N26 für Firmenkunden werden“, sagt der Deutschlandchef des französischen Banking-Start-ups Qonto dem Handelsblatt. Die gerade abgeschlossene Finanzierungsrunde dürfte ein bedeutender Schritt in diese Richtung sein: Rund 104 Millionen Euro hat Qonto von internationalen Investoren erhalten.

Angeführt werde die Runde von dem chinesischen Internetunternehmen Tencent, berichtet Pohlmann. Auch der internationale Risikokapitalgeber DST Global sei neu dabei. Zugleich hätten Bestandsinvestoren wie Valar Ventures, der Fonds des prominenten Investors Peter Thiel, ihr Investment aufgestockt.

Die neue Finanzierungsrunde zeigt: Internationale Investoren trauen jungen Digitalbanken viel zu – und das nicht mehr nur im Privatkundensegment, sondern auch im Bereich der Geschäftskunden. Die Qonto-Investoren sind dabei gewissermaßen Wiederholungstäter.

Tencent war vor knapp zwei Jahren auch bei N26 eingestiegen, in das zuvor schon Valar investiert hatte. Nur einen Monat später hatte DST Global, der auch an der brasilianischen Nubank und der amerikanischen Chime beteiligt ist, in das britische Banking-Start-up Revolut investiert. Für N26 und Revolut war das die dritte große Finanzierungsrunde – so wie jetzt für Qonto.

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    Das Angebot von Smartphonebanken, die auch als Neobanken bezeichnet werden, basiert meist auf einem Gratiskonto mit Debit-Kreditkarte und bedienfreundlicher Smartphone-App. Firmenkunden bieten sie oft Unterstützung bei der Buchhaltung.

    Im Gegensatz zu vielen anderen Fintechs gehören Smartphonebanken zu den wenigen echten Angreifern auf die traditionellen Geldhäuser. Nach Ansicht von Thomas Funke, Co-Chef des Techquartiers in Frankfurt, macht das für Investoren ihren Reiz aus: „Unternehmen, die neue Angebote schaffen und alte Systeme überflüssig machen, haben aus Investorensicht ein viel größeres Potenzial“, sagt er. So wie beispielsweise Uber in der Taxi-Branche.

    „Qonto erfindet das Business Banking neu“, lässt sich Danying Ma, Investment Director bei Tencent, in einer Mitteilung des Fintechs zitieren. Während Tom Stafford, Managing Partner von DST Global, das Team um die Gründer Alexandre Prot und Steve Anavi beim Aufbau eines „European Champion“ unterstützen will.

    Weitere neue Investoren sind die Business-Angels Taavet Hinrikus, Co-Gründer des britischen Fintechs Transferwise und Ingo Uytdehaage, Finanzvorstand des Zahlungsdienstleisters Adyen.

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    Qonto zielt auf Selbstständige und Firmen mit maximal 250 Mitarbeitern. Es ist im Sommer 2017 in Frankreich als Marke des Unternehmens Olinda an den Markt gegangen und offeriert seine Konten auch in Spanien und Italien.

    In Deutschland ist es ebenfalls seit einigen Monaten aktiv und startet hier gerade sein Marketing. Die Preise für die Konten liegen zwischen neun und 99 Euro pro Monat.

    Mit dem neuen Investorenkapital wollen die Gründer das Wachstum ihres Start-ups beschleunigen und es – ganz unbescheiden – zur „besten Bank für kleine und mittlere Unternehmen in Europa“ machen.

    Auch hier gibt es eine Parallele zu N26: „Die Bank, die du lieben wirst“, lautet der Slogan der Berliner. Und Qontos Ziel heißt: „Building the Bank all Businesses Love“.

    Als Konkurrent sieht Pohlmann N26 trotz dessen Konten für Freelancer und Selbstständige nicht: „Die Zielgruppe unterscheidet sich, und ich könnte mir eher vorstellen, dass wir irgendwann kooperieren“, sagt er.

    So bietet N26 seine Konten nicht für juristische Personen. Die Anbieter Kontist, Holvi und Fyrst wiederum fokussieren sich auf Freelancer und Einzelunternehmern mit wenigen Mitarbeitern. Direkter Konkurrent in Deutschland ist das Berliner Fintech Penta.

    Insgesamt hat Qonto nun rund 136 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Zur Bewertung schweigt das Unternehmen – von einer Milliardenbewertung, dem berühmten Einhornstatus, den N26 und Revolut bereits erreicht haben, dürfte es aber noch ein gutes Stück entfernt sein.

    Deutschland bezeichnet Pohlmann als „Schlüsselmarkt neben Frankreich“. Ein „signifikanter Anteil“ des neuen Kapitals solle hier für das Wachstum genutzt werden.

    Um am deutschen Markt erfolgreich zu sein, nennt Sven Korschinowski, Partner bei der Beratungsgesellschaft KPMG, wesentliche Erfolgsfaktoren: „Die jungen Kontoanbieter müssen nicht nur laut auf sich aufmerksam machen, sondern auch Produkte bieten, die kleine bis mittlere Unternehmen wirklich brauchen“, sagt er.

    „Dazu gehört, dass Konten einfach und schnell verfügbar sind, wichtig sind aber auch unterschiedliche, auf die jeweilige Unternehmensgröße und -phase passende Finanzierungsangebote.“

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    Noch fehlt es Qonto in Deutschland an Alleinstellungsmerkmalen. Eine eigene Banklizenz könnte helfen. Deren Erhalt sei bis Ende 2020 eingeplant.

    „Damit werden wir unseren Kunden zusätzliche Produkte wie Kredite bieten“, sagt Pohlmann. Bisher arbeitet es als Zahlungsinstitut mit einer Partnerbank. Zudem seien auch in Deutschland Kooperationen geplant, um Unternehmen schon in der Gründungsphase zu unterstützen und ihnen die Buchhaltung zu erleichtern.

    In puncto Investorenkapital stellt das französische Unternehmen seine deutschen Wettbewerber schon heute in den Schatten. Penta ist seit Ende 2017 aktiv und wurde im vergangenen Jahr vom Fintech-Entwickler Finleap übernommen.

    Es hat bislang Finanzierungsrunden in Höhe von insgesamt rund 17 Millionen Euro vermeldet. Kontist, seit 2017 aktiv, hat in zwei Seed-Finanzierungsrunden fünf Millionen Euro erhalten.

    Der Einstieg des Softwareanbieters Haufe Group im Herbst 2018 hat nach Aussage von Kontist-Gründer Christopher Plantener „deutlich mehr“ eingebracht. Eine genaue Summe nannte er jedoch nicht.

    Der finnische Anbieter Holvi dagegen ist schon länger nicht mehr im Rennen um neue Investoren. Das Fintech, das seit 2015 in Deutschland aktiv ist, wurde 2016 von der spanischen Großbank BBVA gekauft.

    Auch Fyrst, im Sommer 2019 gestartet, hat Rückendeckung einer Großbank – es ist ein Angebot der Deutschen Bank.

    Bei der Kundenzahl dürfte bisher Holvi vorne liegen, das bereits im vergangenen Sommer von „150.000 aktiven Kunden, circa 40 Prozent davon in Deutschland“ sprach. Qonto meldet insgesamt „mehr als 65.000“ Kunden und will in Deutschland binnen eines Jahres 20.000 erreichen.

    Bei Penta sind es hierzulande rund 14.000, Kontist nennt keine konkrete Zahl, und Fyrst spricht von „mehreren Tausend“ Kunden. Was wertvoller ist – internationale Investoren oder eine Großbank als Eigentümer –, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

    Mehr: Jahresausblick Fintechs: Diese Herausforderungen müssen Finanz-Start-ups 2020 bestehen.

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