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Start-upFintech Brite sammelt 60 Millionen Dollar ein

Brite-Chefin Lena Hackelöer setzt auf Konto-zu-Konto-Zahlungen in Echtzeit. Die Firma der Deutsch-Schwedin erzielte 2022 einen sechsstelligen Gewinn.Elisabeth Atzler 04.10.2023 - 12:43 Uhr Artikel anhören

Die Chefin und Gründerin von Brite stemmt eine der größten Finanzierungsrunden europäischer Fintechs in diesem Jahr.

Foto: Brite

Frankfurt. Das schwedische Finanz-Start-up Brite erhält 60 Millionen Dollar (57,2 Millionen Euro) von Investoren, unter anderem vom britischen Wagniskapitalgeber Dawn Capital. Das Unternehmen bietet Onlinehändlern den Einsatz von Konto-zu-Konto-Zahlungen in Echtzeit an. Brites Finanzierungsrunde ist vergleichsweise groß, zur Bewertung äußert sich die 2019 gegründete Firma jedoch nicht.

Laut einer Übersicht der Beratungsfirma McKinsey gab es seit Jahresbeginn in Europa nur zehn Finanzierungsrunden, bei denen Finanz-Start-ups (Fintechs) 77 Millionen Euro oder mehr eingesammelt haben. Mehr als die Hälfte davon sind britische Fintechs. In Deutschland erhielt die Zins- und Anlageplattform Raisin, bekannt für ihre Marke „Weltsparen“, im März 60 Millionen Euro frische Mittel.

„Brite geht es vor allem darum, in Konkurrenz zu Kreditkartenzahlungen zu treten“, sagte Firmenchefin und -gründerin Lena Hackelöer dem Handelsblatt. Aus ihrer Sicht bieten Konto-zu-Konto-Zahlungen in Echtzeit für Onlineshops mehrere Vorteile: Der raschere Geldtransfer bedeutet unter anderem eine höhere Liquidität für die Händler. „Außerdem reduziert sich das Risiko von Zahlungsausfällen und Betrug.“

Zudem seien Kreditkartenzahlungen für den Handel relativ teuer, sagte die Deutsch-Schwedin, die sieben Jahre für die schwedische Bezahlfirma Klarna gearbeitet hat. Brite erhält für jede abgewickelte Transaktion eine Gebühr vom Händler, bis zu ein Prozent vom Umsatz. Das Fintech ist in 25 europäischen Ländern aktiv, in Deutschland bietet Brite bisher allerdings nur Auszahlungen in Echtzeit an.

Nach eigenen Angaben hat Brite den Umsatz 2022 verdoppelt, macht aber keine weiteren Angaben dazu. Auch zur Zahl der Kunden schweigt die Firma. Doch Hackelöer betont, dass Brite im vergangenen Jahr bereits einen Gewinn in Höhe eines sechsstelligen Euro-Betrags erzielt habe. „Das hat uns bei der jetzigen Finanzierungsrunde sehr geholfen. Es gibt aktuell zahlreiche Fintechs, die hohe Verluste erleiden.“

Bislang spielen Konto-zu-Konto-Zahlungen als Bezahlmethode im Onlinehandel allerdings keine große Rolle. In Deutschland sind der US-Bezahldienst Paypal, sowie die Bezahlmethoden Rechnungskauf, Kreditkarte und Lastschrift am beliebtesten.

Zahlung wird vom Bankkonto aus freigegeben

Bei Konto-zu-Konto-Zahlungen werden Verbraucherinnen und Verbraucher vom Onlineshop aus zu ihrer Onlinebanking-Plattform gelotst und müssen sich dort einloggen, um die Zahlung freizugeben. Je mehr Menschen Onlinebanking und gerade auch Banking-Apps nutzen, desto größer ist die Chance, dass sie Konto-zu-Konto-Zahlungen auswählen.

Für Zahlungen in Echtzeit, auch „Instant Payments“ genannt, gibt es seit rund sechs Jahren ein europäisches Regelwerk. „Echtzeit“ heißt dabei, dass der Betrag binnen zehn Sekunden auf dem Konto der Empfängerin oder des Empfängers gutgeschrieben wird. Bei normalen Überweisungen dauert das meist einen Arbeitstag.

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Das junge Münchener Fintech Ivy, das ebenfalls Konto-zu-Konto-Zahlungen anbietet, sammelte dieses Jahr knapp 30 Millionen Dollar ein. Auch der geplante neue europäische Zahlungsdienst Wero, den 16 Banken und Zahlungsdienstleister an den Start bringen wollen, setzt unter anderem auf Konto-zu-Konto-Zahlungen.

Bisher werden Echtzeitzahlungen generell wenig genutzt. Viele Banken verlangen eine Gebühr dafür, wenn Kunden von sich aus eine Zahlung via Instant Payments wählen. Für Verbraucher sind Zahlungen in Echtzeit zudem selten vorteilhaft.

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