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Umfrage Viele Kunden wechseln von der Fililale zum Online-Banking – und bleiben dort

76 Prozent der Bankkunden wollen laut einer Studie auch nach der Coronakrise ihre Bankgeschäfte im Internet erledigen. Das könnte den Filialabbau deutscher Banken beschleunigen.
07.07.2020 - 18:28 Uhr Kommentieren
In der Coronakrise waren viele Bankfilialen geschlossen. Manche Verbraucher haben bestimmte Bankangelegenheiten nun erstmals online erledigt. Quelle: Photothek/Getty Images
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In der Coronakrise waren viele Bankfilialen geschlossen. Manche Verbraucher haben bestimmte Bankangelegenheiten nun erstmals online erledigt.

(Foto: Photothek/Getty Images)

Frankfurt Die Coronakrise hat bereits erste sichtbare Folgen für Bankkunden: Einige Geldhäuser lassen Filialen, die sie wegen der Kontaktbeschränkungen geschlossen hatten, dauerhaft dicht. Sie setzen darauf, dass Kunden künftig mehr Onlinebanking nutzen. Eine Umfrage liefert nun erste Hinweise, dass der Plan aufgeht: 20 Prozent der Kunden haben demnach Bankangelegenheiten erstmals online erledigt, für die sie vor der Corona-Pandemie in die Bankfiliale gegangen sind.

Für die Umfrage hat der Marktforscher Toluna im Juni im Auftrag der Beratungsfirma Ti&M 1000 Menschen online befragt. Das Ergebnis ist bei jüngeren Befragten besonders deutlich: 30 Prozent der 18- bis 34-Jährigen geben an, bestimmte Bankgeschäfte neuerdings online zu erledigen. Bei den 35- bis 54-Jährigen sind es 25 Prozent, bei allen älteren Befragten neun Prozent. Insgesamt 76 Prozent wollen weiterhin so viel wie möglich per Internet abhandeln. Viele Kunden waren womöglich bereits vorher für das Onlinebanking freigeschaltet, hatten es aber nur gelegentlich genutzt.

Es deutet sich an, dass die Coronakrise den ohnehin schon erheblichen Filialabbau der deutschen Geldhäuser noch beschleunigen wird. Zum einen stehen die Banken unter Kostendruck, zum anderen verwaisen viele Geschäftsstellen angesichts von mehr Onlinebanking.

Vor allem bei der Commerzbank, deren Chef Martin Zielke seinen Rücktritt angekündigt hat, zeichnen sich harte Einschnitte ab. Die noch vom alten Vorstand ausgearbeitete Strategie sieht nach Informationen des Handelsblatts vor, knapp 450 der aktuell 1000 Filialen zu schließen. Die Beratungsfirma Investors Marketing prognostiziert, dass die Zahl der Geschäftsstellen bundesweit bis zum Jahr 2025 auf 16.000 absackt. Das wären 44 Prozent weniger als Ende 2019.

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    Laut der Toluna-Umfrage ist allerdings der Anteil der grundsätzlichen Onlinebanking-Nutzer kurzfristig nicht gestiegen. Mehr als 80 Prozent erklären, dass sie sowohl vor der Coronakrise als auch jetzt mindestens ein- bis zweimal pro Monat Onlinebanking nutze – per PC oder Smartphone.

    Grafik

    Das ist deutlich mehr als vor gut einem Jahr bei einer Umfrage des privaten Bankenverbandes herauskam. Bei jener Befragung, durchgeführt von Kantar TNS, lag der Anteil der Onlinebanking-Nutzer nur bei gut 50 Prozent. Bei den unter 40-Jährigen betrug der Anteil immerhin rund 70 Prozent.

    Beide Umfragen lassen erkennen, dass viele Kunden dennoch Filialen schätzen. Laut der Toluna-Umfrage ist für 53 Prozent der persönliche Kontakt vor Ort zu einem Bankmitarbeiter unverzichtbar. Bei 23 Prozent – unter den Jüngeren, die sich generell mehr Tempo von ihrer Bank wünschen, sogar 37 Prozent – verzögerten sich Bankangelegenheiten wegen geschlossener Filialen oder blieben ganz unerledigt. In der Kantar-Erhebung gaben 42 Prozent an, dass ihnen die Nähe zur Filiale besonders wichtig ist.

    Das verdeutlicht, dass die Schließung von Geschäftsstellen für viele Geldhäuser ein Balanceakt ist. Gerade für Sparkassen und Volksbanken gehört die Präsenz im Geschäftsgebiet zum Selbstverständnis.

    Auch bei der Nutzung von Geldautomaten sorgt die Coronakrise für Veränderungen. Die deutschen Verbraucher zahlen in der Coronakrise sehr viel häufiger per Karte oder Smartphone – in der Annahme, dass das hygienischer ist als Bargeld.

    Entsprechend heben sie auch deutlich weniger Bargeld ab, wie eine Untersuchung zeigt. Investors Marketing und der Berater Stephan Vomhoff haben dafür zehn Genossenschaftsbanken genauer angeschaut: Die Nutzung der Geldautomaten sank im Untersuchungszeitraum von Mitte Mai bis Mitte Juni durchschnittlich um etwa 20 Prozent.

    Mehr: Die Apobank kämpft auch fünf Wochen nach einer IT-Umstellung noch mit Problemen.

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