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US-BankenBis zu 50 Prozent weniger: Die nächsten US-Großbanken melden Gewinneinbrüche

Nach der weltgrößten Investmentbank JP Morgan und Morgan Stanley legen auch Wells Fargo und die Citigroup schwache Zahlen vor. Ein Risiko überschattet alles. 15.07.2022 - 16:32 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Die US-Bank reagierte mit hohen Rückstellung auf die gestiegene Rezessionsgefahr. Die Maßnahmen drücken das Quartalsergebnis.

Foto: dpa

San Francisco. Eine deutlich erhöhte Risikovorsorge für faule Kredite angesichts gestiegener Rezessionsgefahr hat den Gewinn beim US-Geldhaus Wells Fargo einbrechen lassen. Im zweiten Quartal verdiente der Finanzkonzern nach eigenen Angaben vom Freitag unterm Strich 3,1 Milliarden Dollar – fast 50 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Wells Fargo erhöhte die Rückstellungen für drohende Kreditausfälle kräftig, das zehrte am Ergebnis. Doch auch sonst tat sich die Bank schwer: Steigende Leitzinsen dämpften die für Wells Fargo besonders wichtige Nachfrage nach Hypotheken. Inflations- und Rezessionsängste sowie geopolitische Risiken wie der Ukraine-Krieg belasten die Geschäfte im gesamten Bankensektor.

Insgesamt sanken Wells Fargos Erträge um 16 Prozent auf 17,0 Milliarden Dollar und blieben damit deutlich unter den Erwartungen. Die Aktie reagierte vorbörslich mit Kursverlusten. Zum Handelsstart drehte sie jedoch ins Plus und notierte etwa sieben Prozent höher.

Auch Konkurrent Citigroup verdiente weniger: In den drei Monaten bis Ende Juni fiel der Überschuss wegen höherer Kosten und Rückstellungen ausfallbedrohte Kredite im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar, wie das Geldhaus am Freitag in New York mitteilte.

Dabei legten die gesamten Erlöse um überraschend starke elf Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar zu. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen der Analysten deutlich. Die Aktie startet mit einem Plus von neun Prozent in den Handel.

Citi-CEO Fraser spricht von „soliden Ergebnissen“

Wie die anderen großen US-Banken erhöhte Citi die Risikovorsorge aufgrund der gestiegenen Gefahr eines stärkeren wirtschaftlichen Abschwungs deutlich. Zudem brachen die Einnahmen im Investmentbanking ein, da Börsengänge und Fusionen rar waren. Doch das Handelsgeschäft mit Wertpapieren florierte wegen der hohen Nervosität an den Börsen, viele Anleger passten ihre Portfolios angesichts von Inflations- und Rezessionsängsten an. Citi-Vorstandschefin Jane Fraser sprach von „soliden Ergebnissen“ in einem schwierigen Marktumfeld.

dpa
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