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VolksbankenDie Genossenschaftsbanken fühlen sich gewappnet für die Coronakrise

Die Volks- und Raiffeisenbanken sind zuversichtlich, dass sie auch Kreditausfälle stemmen können. Sie warnen aber vor Gefahren für die gesamte Branche.Elisabeth Atzler 17.03.2020 - 15:17 Uhr aktualisiert

Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken sehen sich gut gewappnet für die Folgen der Coronakrise.

Foto: dpa

Frankfurt. Die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken sehen sich für die Folgen der Coronakrise gut gerüstet. Die Präsidentin des Bundesverbands der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Marija Kolak, sagte am Dienstagmorgen: „Mit Blick auf die genossenschaftlichen Institute bin ich zuversichtlich, dass diese eine solide Basis haben, um auch in dieser Stresssituation ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufrechterhalten zu können.“

Allerdings ließen sich die Belastungen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie zum aktuellen Zeitpunkt nur sehr schwer beziffern, so Kolak.

So rechnen die Volksbanken, die im vergangenen Jahr erneut gut verdient haben, mit einem Gewinnrückgang. Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann sagte: „Dieses hohe Niveau wird sich nicht halten lassen.“ Die Risikovorsorge der Genossenschaftsbanken im Jahr 2020 und vielleicht auch darüber hinaus dürfte signifikant steigen.

Je länger die Einschränkungen im öffentlichen Leben anhielten, desto mehr sei man auf dem Weg in eine Wirtschaftskrise, sagte Hofmann. „Dass der Finanzsektor davon betroffen ist, ist klar.“ Auch Banken könnten in Gefahr geraten, das gelte für die gesamte Branche.

Hofmann betonte, dass es derzeit keine Anzeichen dafür gebe, dass einzelne Genossenschaftsbanken wegen der Coronakrise gestützt werden müssten. Das genossenschaftliche Sicherungssystem funktioniert so, dass im Ernstfall jeweils in Schieflage geratene Kreditinstitute gerettet werden. „Im Moment sehe ich keine akute Gefahr, aber die Situation ist immer wieder neu zu überdenken“, so Hofmann.

2019 haben die 841 Genossenschaftsbanken vor Steuern 7,6 Milliarden Euro verdient – ein Gewinnplus von fast 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Angesichts des guten Ergebnisses haben die Geldhäuser Kolak zufolge weitere Reserven gebildet, die einen zusätzlichen Puffer für die aktuelle Lage darstellen. „Wir sind in der Summe als genossenschaftliche Finanzgruppe gut gewappnet gegen Kreditausfälle.“

Zu den BVR-Mitgliedern zählen neben den Volks- und Raiffeisenbanken auch die Sparda-Banken, die PSD Banken sowie einige Spezialinstitute. Ihr Spitzeninstitut ist die DZ Bank.

Schwieriges Umfeld

Wie schon in den vergangenen Jahren stemmten sich die Volks- und Raiffeisenbanken gegen die Dauerniedrigzinsen, indem sie erneut deutlich mehr Kredite vergaben. Der wichtige Zinsüberschuss sank nur leicht. Diese Strategie dürfte 2020 angesichts der Coronakrise aber kaum möglich sein.

Zudem ist das Umfeld für Geldhäuser ohnehin schwierig. Wie alle Banken ringen die Volks- und Raiffeisenbanken mit den Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Ab einem bestimmten Freibetrag verlangt die EZB für Kurzfristeinlagen der Geschäftsbanken einen Negativzins von 0,5 Prozent. Zudem gilt der Wettbewerb auf dem deutschen Bankenmarkt als besonders hart.

Kolak betonte, dass die Genossenschaftsbanken trotz der negativen Rahmenbedingungen „mit aller Kraft ihren Firmenkunden in dieser Krise als verlässlicher Partner und Finanzierer zur Seite stehen“ würden.

Die ersten Kunden würden nach den Hilfsprogrammen der Staatsbank KfW fragen, die vergangene Woche beschlossen wurden. Kolak zufolge wird die KfW am Freitag Details zum Prozedere bei den Hilfsprogrammen veröffentlichen.

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Die BVR-Chefin geht auch davon aus, dass zunehmend Unternehmen ihre Kreditlinien bei den Genossenschaftsbanken ausschöpfen. Dafür seien die vereinbarten Kreditlinien auch da: „Deswegen könnten und sollten und werden sie auch in Anspruch genommen werden.“ Die genossenschaftliche Finanzgruppe werde ihren Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten.

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