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Fed-Protokoll US-Notenbanker haben Differenzen über neue Strategie

Die Fed will sich künftig mehr auf den US-Arbeitsmarkt konzentrieren. Doch wie diese neue Strategie umgesetzt wird, sind sich die Währungshüter nicht einig.
07.10.2020 - 21:52 Uhr Kommentieren
Fed-Chef Jerome Powell warnte, dass die US-Wirtschaft noch längst nicht über den Berg sei. Quelle: AFP
Fed-Chef Jerome Powell

Fed-Chef Jerome Powell warnte, dass die US-Wirtschaft noch längst nicht über den Berg sei.

(Foto: AFP)

Washington Der Strategiewechsel der US-Notenbank Fed hat zu Differenzen unter ihren Währungshütern geführt. Auf ihrer jüngsten Zinssitzung zeigten sich die Notenbanker gespalten, wie in der Praxis die neuen Prinzipien anzuwenden seien, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen des Treffens Mitte September hervorgeht.

Die meisten Teilnehmer hätten es zwar unterstützt, mehr datenabhängige Aussagen zum Zinsausblick zu geben. Einige Teilnehmer zielten hingegen auf ein starkes Versprechen der Fed ab, die Inflation über die Zwei-Prozent-Marke zu hieven. Andere wiederum waren der Ansicht, dass ein solches Versprechen der Wirtschaft aktuell wenig helfen würde.

Der im August beschlossene Strategiewechsel sieht vor, dass für die Notenbank künftig der in der Coronakrise arg gebeutelte Arbeitsmarkt oberste Priorität hat. Zugleich erlaubt er mehr Spielraum beim Ansteuern des Inflationsziels von zwei Prozent. Die Fed könnte dabei die Teuerungsrate für einen längeren Zeitraum über dem angepeilten Idealwert halten, wenn diese zuvor geraume Zeit darunter geblieben ist.

Einige Sitzungsteilnehmer plädierten dafür, bei künftigen Zinssitzungen mehr zu den Plänen bei den laufenden Anleihenkaufprogrammen zu sagen. Aktuell erwirbt die Fed Titel im monatlichen Volumen von 120 Milliarden Dollar.

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    Die Währungshüter beschäftigten sich zudem mit den Unsicherheiten, die derzeit die Erholung der US-Wirtschaft belasten. Die meisten äußerten sich besorgt, dass die haushaltspolitische Unterstützung der Regierung womöglich nicht angemessen sei, um die Probleme anzugehen.

    Fed-Chef sieht Gefahr einer Abwärtsspirale

    Fed-Chef Jerome Powell warnte erst am Dienstag, dass die Wirtschaft noch längst nicht über den Berg sei. Sie könne in eine Abwärtsspirale geraten, falls das Virus nicht effektiv eingedämmt werde, sagte er. Unternehmen und Haushalte benötigten mehr Unterstützung.

    Die Erholung am US-Arbeitsmarkt hatte sich zuletzt überraschend deutlich verlangsamt. Nach der Corona-bedingten Entlassungswelle im Frühjahr schufen die Unternehmen im September außerhalb der Landwirtschaft 661.000 Stellen. Volkswirte hatten dagegen mit 850.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 7,9 Prozent.

    Die USA sind mit 7,53 Millionen bestätigten Fällen und mehr als 210.000 Toten das am schwersten von der Coronakrise betroffene Land. Die Wirtschaft war im zweiten Quartal wegen der Beschränkungen infolge der Pandemie um 9,5 Prozent geschrumpft. Angesichts des historischen Konjunktureinbruchs hatte die Fed im September in Aussicht gestellt, an ihrer Tiefzinspolitik noch lange festzuhalten. Den Leitzins beließen die Währungshüter in einer Spanne zwischen null und 0,25 Prozent.

    Die Aussichten auf neue Corona-Hilfen der US-Regierung haben sich inzwischen wieder deutlich verschlechtert. Der Stabschef des Präsidialamts, Mark Meadows, sieht derzeit nur geringe Chancen für eine Einigung mit den Demokraten, wie er dem Fernsehsender Fox News sagte. Zuvor hatte Präsident Donald Trump bereits die Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket bis nach der Wahl am 3. November verschoben. Sein demokratischer Herausforderer Joe Biden kritisierte dies. Es seien mehr Hilfen nötig, um den Millionen zu helfen, die während der Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren haben.

    Zu den Fed-Beschlüssen auf der September-Sitzung gab es zwei abweichende Stimmen. Der Präsident des Ablegers von Dallas, Robert Kaplan, war der Auffassung, dass diese den Handlungsspielraum der Notenbank unnötig einschränkten. Der Chef der Zweigstelle von Minneapolis, Neel Kashkari, plädierte dagegen für noch höhere Hürden für künftige Zinsanhebungen.

    Mehr: Aus für Konjunkturpaket: Trump riskiert eine zweite Rezession

    • rtr
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