Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Fed-Protokolle US-Notenbank diskutiert Pläne für ein Herunterfahren der Konjunkturhilfen

Die Sitzungsprotokolle vom Juni zeigen: Die Fed wurde von der hohen Inflation überrascht. Eine Zinserhöhung wird aber noch dauern. Die Märkte erreichen ein neues Allzeithoch.
07.07.2021 Update: 07.07.2021 - 21:51 Uhr Kommentieren
Die US-Notenbank hatte angekündigt, an der Zinsschraube drehen zu wollen. Quelle: Reuters
Die Zentrale der Federal Reserve in Washington

Die US-Notenbank hatte angekündigt, an der Zinsschraube drehen zu wollen.

(Foto: Reuters)

New York Die hohe Inflation im vergangenen Monat hat auch die amerikanische Zentralbank überrascht. Das geht aus den Protokollen der Fed-Sitzung vom 15. und 16. Juni hervor. Bei diesen Treffen haben die Fed-Mitglieder deshalb darüber diskutiert, wie sie die Konjunkturhilfen am besten zurückfahren. Konkret ging es dabei um das Abschmelzen des Anleiheportfolios. Die Mitglieder haben darüber diskutiert, ob man hypothekenbesicherte Wertpapiere vor den Staatsanleihen veräußern sollte oder beide gleichzeitig.

Der Markt hatte die Veröffentlichung der Protokolle mit Spannung erwartet, um zu erfahren, ob ein mögliches Ende der lockeren Geldpolitik und der Konjunkturhilfen kurz bevorsteht. Tatsächlich haben die Dokumente wenig Aufschluss über einen konkreten Zeitplan gegeben. Sie zeigen aber eins: Die Fed hatte die Inflation zunächst unterschätzt.

Die Fed-Mitglieder hatten zwar wegen der Wiedereröffnung der Wirtschaft mit einer vorübergehend höheren Inflation gerechnet. Aber die fünf Prozent im Mai haben sie dann doch überrascht. Als Grund für die hohe Inflation wurden die Staatshilfen in der Pandemie, die rasante Wiedereröffnung der Wirtschaft und die Engpässe in den Lieferketten genannt.

Die US-Zentralbank könnte nun bei ihrem nächsten Treffen Ende Juli entscheiden, wie sie konkret ihre monatlichen Ankäufe von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren herunterfahren will. Es könnte aber auch noch bis zu der großen Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole dauern, die Ende August wieder vor Ort stattfinden wird. Derzeit kauft die Fed jeden Monat Anleihen im Wert von 120 Milliarden Dollar. 80 Milliarden davon sind Staatsanleihen.

Eine Zinserhöhung dürfte dagegen noch eine Weile dauern. 13 von 18 Fed-Mitgliedern sagten voraus, dass die Zinsen von derzeit fast null bis 2023 um 0,5 Prozent steigen werden. Nur sieben Mitglieder rechnen bereits im kommenden Jahr mit einer Anhebung des Zinssatzes. Noch im März hatten die meisten Fed-Mitglieder vorausgesagt, dass der Zinssatz bis 2023 stabil bleibt.

Der Aktienmarkt reagiert positiv

Letztes Jahr nannte die Fed drei Bedingungen als Voraussetzung, um die Zinsen zu erhöhen: Erstens muss die Inflation zwei Prozent erreichen, zweitens muss sie dieses Niveau länger halten. Und drittens muss der Arbeitsmarkt Vollbeschäftigung erreichen – ein Kriterium, das die Notenbank nicht genau definiert hat.

„Die Protokolle des Juni-Fed-Meetings waren nicht so falkisch, wie wir erwartet hatten“, schreibt Paul Ashworth, Chefökonom von Capital Economics. „Vor allem scheint es nur eine begrenzte Unterstützung zu geben, die Anleihekäufe bald zu reduzieren.“  

Der Markt nahm die Protokolle dementsprechend positiv auf. Der Dollar blieb relativ stabil und Nasdaq und Standard & Poor’s erreichten mit einem leichten Anstieg neue Allzeithochs. „Die Märkte genießen immer noch diese Goldlöckchen-Periode, in der wir uns befinden. Aber ich glaube, dass wir in der Nähe des Gipfels sind in diesem Wiedereröffnungshandel“, sagte Don Calcagni, Chief Investment Officer von Mercer Advisors gegenüber Bloomberg.

Mehr: Fed will trotz Inflationsschub an der Zinsfront Ruhe bewahren

Startseite
Mehr zu: Fed-Protokolle - US-Notenbank diskutiert Pläne für ein Herunterfahren der Konjunkturhilfen
0 Kommentare zu "Fed-Protokolle: US-Notenbank diskutiert Pläne für ein Herunterfahren der Konjunkturhilfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%