Geldpolitik: Bevorzugtes Inflationsmaß der Fed steigt stärker als erwartet
Düsseldorf. Die Inflation in den USA bleibt hartnäckig. Der PCE-Kernindex ist im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,8 Prozent gestiegen – und anhand dieses Index bemisst die US-Notenbank Fed bevorzugt die Teuerungsrate.
Der Index misst die Konsumausgaben der US-Haushalte und klammert dabei die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie aus. Die Kerninflation gilt als verlässlicher Indikator für die langfristigen Inflationstrends. Im Monatsvergleich betrug die PCE-Kerninflation 0,4 Prozent und fiel damit ebenfalls höher aus als erwartet.
Der Inflationsdruck nimmt dadurch stärker zu als von Experten prognostiziert. Im Januar lag die Kerninflation noch bei 2,6 Prozent auf Jahressicht. Experten waren im Vorfeld eigentlich davon ausgegangen, dass sich das Maß nur auf 2,7 Prozent erhöht.
Das Wachstum des alle Güter umfassenden Preisindex lag im Februar bei 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit erfüllte zumindest dieses Inflationsmaß die Erwartungen der Experten.
Die Anlegerinnen und Anleger an der Wall Street reagierten negativ auf die Nachricht. Der Index der Standardwerte Dow Jones notierte zum Handelsstart leicht im Minus, mit einem Verlust von 0,3 Prozent. Der breiter gefasste S&P 500 verlor rund 0,4 Prozent und der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,6 Prozent.
„Fed muss noch abwarten“
Die Notenbanker der Fed bevorzugen die PCE-Inflation, weil sie ihnen zufolge Änderungen im Verbraucherverhalten berücksichtigt und die Wohnkosten weniger stark beachtet als der herkömmliche Verbraucherpreisindex des Arbeitsministeriums.
Eigentlich verfolgt die US-Notenbank bei ihrer Geldpolitik ein Inflationsziel von zwei Prozent. Davon entfernt sich die Teuerungsrate nun weiter.
„Der heutige Inflationswert, der höher als erwartet ausfiel, war nicht außergewöhnlich hoch“, sagte Ellen Zentner, Chef-Wirtschaftsstrategin bei Morgan Stanley Wealth Management dem US-Börsensender CNBC, „aber er wird den Zeitplan der Fed für Zinssenkungen nicht beschleunigen, insbesondere angesichts der Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zöllen.“
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Bei ihrer Sitzung in der vergangenen Woche hat die Fed ihre Leitzinsen nicht verändert und weiterhin in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent belassen. Fed-Chef Jerome Powell betonte dabei die laut ihm „ungewöhnlich hohe Unsicherheit“. Deshalb rechnen die Notenbanker mit niedrigerem Wachstum der US-Wirtschaft für das laufende und das kommende Jahr. Auch ihre Inflationserwartungen haben sie angehoben.
Insbesondere die Zollankündigungen des US-Präsidenten Donald Trump sorgen für Unruhe. Ein großer Teil der Unsicherheit sei darauf zurückzuführen, sagte Powell vergangene Woche. Noch sei es zu früh, um festzustellen, ob die Zölle nur einen einmaligen Effekt auf die Inflation hätten oder die Preise langfristig antreiben würden.
Im vergangenen Jahr hatte die Zentralbank die Zinsen noch um einen ganzen Prozentpunkt gesenkt. Seitdem Trump seine Präsidentschaft angetreten hat, haben die Notenbanker ihre Zinssenkungen pausiert.