Sabine Mauderer: „Bankenfusionen lösen nicht alle Probleme“
Frankfurt. Die neue Vizepräsidentin der Bundesbank, Sabine Mauderer, warnt vor überzogenen Erwartungen an grenzüberschreitende Zusammenschlüsse von Geldhäusern in der EU. „Bankenfusionen lösen nicht alle Probleme, das Bild ist nicht schwarz-weiß“, sagt Mauderer im Interview mit dem Handelsblatt.
Zum Übernahmekampf zwischen Commerzbank und Unicredit wollte sie sich nicht konkret äußern. Mauderer machte jedoch deutlich, dass sie die Euphorie vieler europäischer Bankenaufseher und Politiker mit Blick auf grenzüberschreitende Fusionen nicht teilt. „Wir brauchen Banken, die zum deutschen Markt stehen“, sagte Mauderer.
Es ist ihr erstes Interview seit ihrer Beförderung zur Vizepräsidentin. Mauderer macht sich dafür stark, dass mehr Menschen und Mittelständler den Weg an die Börse suchen. Sie erläutert, von welchen Ländern sich Deutschland diesbezüglich „einiges abschauen“ könne. Außerdem ordnet die 54-Jährige die Lage an den Märkten ein und äußert sich zum Umbau der Bundesbank, der intern für große Unruhe sorgt.