Befreiungsschlag für Adler Group: Gläubiger stützen Immobilienkonzern mit 940 Millionen Euro Kapital
Der Verwaltungsratschef des schwer angeschlagenen Immobilienkonzerns ist erst seit Februar 2022 im Amt und seither im Dauerkrisenmodus.
Foto: imago/Rainer UnkelDüsseldorf, Berlin. Als Verwaltungsratschef Stefan Kirsten die vorläufige Rettung des Immobilienkonzerns Adler Group verkündete, lag die Einigung mit den Gläubigern nicht einmal eine Stunde zurück. „Die Adler-Gruppe ist in einen perfekten Sturm geraten, aber wir haben es geschafft“, sagte Kirsten am Freitagabend kurz nach 20 Uhr in einer eilig anberaumten Telefonschalte.
Der Rettungsplan sieht demnach vor, dass Adlers Anleihegläubiger länger auf ihr Geld warten, dafür aber am Ende höhere Zinsen erhalten. Die Fristen zur Rückzahlung der Bonds sollen freiwillig verlängert und die Vertragsbedingungen angepasst werden. Zudem haben einige Gläubiger zugestimmt, frisches Kapital von bis zu 938 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.
Auf Adler lasteten zuletzt mehr als sieben Milliarden Euro Schulden. Die nun mittelfristig gesicherte Liquidität soll Notverkäufe von Wohnungen abwenden, bei denen Käufer der Adler Gruppe die Preise diktieren könnten, weil sie um die Finanzkrise des Konzerns wissen. „Wir stehen nicht mehr mit dem Rücken zur Wand und es kann uns auch nicht mehr jeder bei jedem Deal erpressen“, kommentierte Kirsten. „Wir konnten eine existenzbedrohliche Situation der Adler-Gruppe abwenden.“ Er sei deshalb sehr erleichtert.