Immobilien: Banken könnten 50 Milliarden Euro an Krediten fällig stellen
München. „Wir sind gerade in der Nachspielzeit“, sagt Francesco Fedele. Der Chef des Finanzierungsberaters BF direkt spricht allerdings nicht von einem Fußballspiel, sondern von Krediten. Nach Berechnungen des Immobiliendienstleisters CBRE laufen derzeit Kredite für Immobilienprojekte in Höhe von etwa 50 Milliarden Euro Gefahr, nicht verlängert zu werden. Sie wurden zwischen 2019 und 2022 zu den damals extrem niedrigen Zinsen aufgenommen, um bereits bestehende oder geplante Büro- und Geschäftshäuser zu kaufen.
Wer heute eine Anschlussfinanzierung braucht, muss aber nicht nur generell höhere Zinsen zahlen, sondern womöglich auch noch einen weiteren Zinsaufschlag. Der Grund: Der Wert vieler Immobilien ist schneller gesunken, als die Schulden getilgt wurden.
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Wie für Eigenheimkäufer gilt auch für Immobilienprofis: Je höher der Kredit im Verhältnis zum Wert des Gebäudes, desto höher der Zins. Einen neuen Kredit auszuhandeln, sei derzeit schwierig, sagt Berater Fedele. „Momentan gibt es viele Banken, die ihre laufenden Kredite noch nicht fällig stellen, lange wird ihre Geduld aber nicht anhalten“, sagt er.
Doch es gibt Alternativen zur Bank. „Geld ist zur Genüge im Markt“, sagt der Finanzierungsberater. Er weiß aber auch, dass nicht alle Objekte refinanziert werden können. Das Handelsblatt stellt vier mögliche Kapitalquellen vor und erklärt, was das für den Markt bedeutet.