Immobilien: Das Schlimmste könnte der Immobilienbranche noch bevorstehen
Neubauwohnungen werden am Stadtwald in Köln gebaut. Doch der Wohnungsbau in Deutschland schwächelt. Wie beurteilt die Branche vor dem Wohngipfel die Lage?
Foto: dpaFrankfurt. Steigende Bauzinsen, kaum mehr Neubauten, sinkende Immobilienpreise: Seit Monaten steht der deutsche Immobilienmarkt unter Druck. Ein mögliches Ende der anhaltenden Zinssteigerungen der Europäischen Notenbank (EZB) könnte im Herbst zwar für ein wenig Entlastung sorgen. Doch vor dem anstehenden Wohnungsgipfel im Kanzleramt in der nächsten Woche ist die Nervosität in der Immobilienbranche groß.
„Die toxische Mischung aus hohen Baukosten und weiter steigenden Zinsen bremst die Immobilienwirtschaft zunehmend aus“, warnt der Präsident des Branchenspitzenverbandes ZIA, Andreas Mattner. „Es braucht politische Entgiftung – der Staat, der für 37 Prozent der Kosten des Wohnraums verantwortlich ist, sollte sich endlich in Zurückhaltung üben“, fordert er vor dem Gipfel.
Nach einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in Zusammenarbeit mit dem ZIA, die dem Handelsblatt vorab vorliegt, gehen die Branchenverbände sehr angespannt in die Gespräche. In welchen Segmenten sehen die Immobilienprofis vor allem Probleme? Der neue Stimmungsindex gibt darauf wichtige Antworten.
Die Branchenprofis erwarten demnach insgesamt für die nächsten zwölf Monate eine schwierige Marktlage, die sich durch alle Assetklassen zieht. Der Immobilienstimmungsindex (ISI) für das dritte Quartal 2023 verbleibt weiter im negativen Bereich und liegt mit einem Wert von minus 4,1 Punkten kaum über dem Vorquartal.