Immobilien: Verdacht auf Mittelabflüsse: Ex-Staatsanwalt prüft Projekte der Adler-Tochter Consus
Das Projekt ÜBerlin landete über die CG Gruppe bei der Adler-Tochter Consus.
Foto: Paul Langrock/laifBerlin, Düsseldorf, Frankfurt. Der Stolz der Firmenkommunikation klang durch. Wer den Frankfurter „Tatort“ aufmerksam verfolgte, twitterte die Adler Group am Freitag, habe „vielleicht gesehen, dass unser zukünftiges Bauprojekt Ostend Quartier als Drehort diente“. Worüber Adler weniger offen spricht: Auch im wirklichen Leben sind diverse Baustellen des Immobilienkonzerns Teil eines Krimis.
Wie das Handelsblatt erfuhr, hat die Adler-Tochter Consus bereits im vergangenen Jahr einen Frankfurter Compliance-Experten mit einer forensischen Untersuchung beauftragt. Der Wirtschaftsstrafrechtler Kai Hart-Hönig sollte dem Verdacht nachgehen, ob es im Unternehmen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist.
Der Startschuss für die interne Prüfung fiel bei einem Treffen am 18. August 2020. In den Frankfurter Büroräumen Hart-Hönigs saßen Consus-Verantwortliche um den Vorstand Theo Gorens stundenlang mit dem ehemaligen Staatsanwalt zusammen, sprachen über die für den Aufklärer notwendigen Informationen und legten das weitere Vorgehen fest.
Es ging um Baustellen der Consus, die auch für das Ostend Quartier in Frankfurt verantwortlich ist. Viele der Objekte stammten aus dem früheren Portfolio des Berliner Bauunternehmers Christoph Gröner, dessen CG-Gruppe in Consus aufgegangen war. Gröner fungierte zuletzt als Aufsichtsrat, bevor er im September 2020 ausschied – also einen Monat nach dem Treffen.