Immobilien: Wie eine neue Gasheizung zur Kostenfalle werden könnte
Wer eine neue Gasheizung installieren lässt, muss langfristig mit steigenden Kosten für den Betrieb rechnen.
(Foto: Jan Woitas/dpa)
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Es ähnelt einem Schlussverkauf. Die deutschen Hausbesitzer decken sich trotz Wärmewende mit Gasheizungen ein. Rund 600.000 wurden nach Daten des Bundesverbands der Deutschen Heizungsindustrie im vergangenen Jahr neu eingebaut. Im ersten Quartal 2023 waren es 168.000 Anlagen, was einem Plus von 14 Prozent und einem Marktanteil von deutlich über 50 Prozent entspricht.
Diese Euphorie könnte sich später finanziell rächen. Wer mit Erdgas heizt, muss sich nämlich bewusst sein, dass das Ende seiner Nutzung naht. Schließlich will Deutschland ab dem Jahr 2045 klimaneutral wirtschaften. Die letzten mit Erdgas befeuerten Heizungen müssen dann außer Betrieb genommen werden oder vollständig auf klimafreundliches Gas umschwenken. Bis dahin müssen deren Nutzer mit steigenden Preisen rechnen.
Erhöhungen stehen zum Beispiel beim CO2-Preis an. Den erhebt Deutschland seit 2021 auf fossile Brennstoffe zum Heizen. Aktuell beträgt er 30 Euro pro Tonne Kohlendioxid, was für Erdgas einen Nettoaufschlag von rund 0,54 Cent pro Kilowattstunde bedeutet. Bis 2026 wird der Preis auf bis zu 65 Euro steigen, was für eine Familie in einem Haus mit 150 Quadratmeter Wohnfläche und durchschnittlichem Gasverbrauch pro Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von 153 Euro bedeuten könnte.