Inflation und Indexmiete: Das sollten Mieter und Vermieter jetzt wissen
Immer häufiger möchten Vermieter aufgrund der hohen Inflation eine Indexmiete vereinbaren.
Foto: dpaFrankfurt. Für die einen sind sie Teufelszeug, für die anderen ein probates Mittel: Indexmieten. Immer mehr Vermieter, auch große Wohnkonzerne, liebäugeln inzwischen mit der Vertragsform, bei der die Mieten jährlich nach dem Wert des Verbraucherpreisindexes des Statistischen Bundesamts erhöht werden – und im Gegenzug andere Formen der Mietanpassung entfallen.
Denn die Inflation in Deutschland hat ungeahnte Höhen erreicht, was auch viele Eigentümer unter Kostendruck bringt.
Mieterverbände und Politik sehen diese Entwicklung allerdings bei Wohnimmobilien mit Argwohn. Sie sei „kein Fan von Indexmieten“, sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz jüngst. Die SPD-Politikerin will sogar neue Maßnahmen gegen stark steigende Indexmieten prüfen lassen.
Der Deutsche Mieterbund fordert eine Deckelung der Mietpreiserhöhungen bei Indexmietverträgen. Neuer Streit zwischen Mietern und Vermietern scheint damit vielfach vorprogrammiert.
Was müssen Vermieter also berücksichtigen, um Ärger zu vermeiden? Und was sollten Mieter wissen? Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wie verbreitet sind Indexmieten in Deutschland?
Selbst Deutschlands größter Wohnkonzern Vonovia erwägt inzwischen, stärker auf diese Lösung zu setzen. „Die Indexmiete ist im Wesentlichen eine Option bei der Neuvermietung“, kündigte Vonovia-Finanzchef Philip Grosse bereits im Sommer an. Doch exakte landesweite Zahlen über Indexmietverträge in Deutschland liegen nicht vor. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass es keine Verpflichtung gibt, diese Mietform gesondert aufzuführen. Klar ist lediglich, dass sie im Markt für Gewerbeimmobilien bereits häufig vertreten ist.