Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Online-Zimmervermittler Fulminantes Debüt: Airbnb-Aktie legt beim Börsengang mehr als 100 Prozent zu

Airbnb gelingt der größte US-Börsengang des Jahres. Bei so viel Euphorie ist an der Wall Street eine neue Diskussion über eine Tech-Blase entfacht.
11.12.2020 Update: 10.12.2020 - 23:47 Uhr Kommentieren
Der Online-Zimmervermittler sammelte 3,7 Milliarden Dollar bei den Investoren  ein. Quelle: Reuters
Nasdaq begrüßt Airbnb an der Börse

Der Online-Zimmervermittler sammelte 3,7 Milliarden Dollar bei den Investoren ein.

(Foto: Reuters)

Denver, Düsseldorf So viel Euphorie gab es lange nicht mehr. Die Aktie von Airbnb legte zum Handelsstart am Donnerstag an der Nasdaq 115 Prozent zu auf 146 Dollar zu. Der Online-Zimmervermittler war damit fast 102 Milliarden Dollar wert, mehr als die Konkurrenten Marriott und Expedia zusammen.

Dabei hatte Airbnb wegen der großen Nachfrage bereits die Angebotsspanne für seine Aktien auf 56 bis 60 Dollar erhöht. Der Ausgabepreis lag dann letztendlich sogar bei 68 Dollar.

Der Kurssprung beim Börsendebüt dürfte nicht zuletzt die Investoren freuen: Zu den größten Risikokapitalfonds gehören Sequoia, der Founders Fund von Peter Thiel, Silver Lake und Sixth Street. Auch der deutsche Investor Klaus Hommels gehört zu den frühen Geldgebern.

Airbnb gelang damit der größte US-Börsengang des Jahres. Der Online-Zimmervermittler sammelte 3,5 Milliarden Dollar bei den Investoren ein und kam zum Ausgabepreis auf eine Bewertung von 47 Milliarden Dollar. Den bisherigen Rekord für 2020 hielt das US-Datenunternehmen Snowflake, das im September bei der Erstnotiz eine Bewertung von 33,2 Milliarden Dollar erzielte.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Im Tagesverlauf verlor die Aktie jedoch etwas an Schwung. Gemessen am Ausgabepreis von 68 Dollar lag sie immer noch 112 Prozent im Plus. Doch Allokationen zu diesem Preis bekamen nur professionelle Investoren. Kleinanleger, die bei 146 Dollar oder mehr einsteigen, gingen mit leichten Verlusten aus dem Handel. Der Schlusskurs lag bei 144,71 Dollar.

    Neue Diskussion über eine Tech-Blase

    Ein Kurssprung von mehr als 100 Prozent zum Handelsstart ist ungewöhnlich hoch. Besonders, weil Airbnb mit den Investmentbankern von Morgan Stanley und Goldman Sachs versucht hatte, den sogenannten „Pop“ möglichst gering zu halten.

    Wie auch schon am Mittwoch beim Börsengang von Doordash ging die Strategie jedoch nicht auf. Die Nachfrage der Investoren war einfach zu hoch. Die Aktien des größten US-Essenslieferanten stiegen auf bis zu 195,49 Dollar und verdoppelten damit nahezu ihren Ausgabepreis von 102 Dollar. Am Donnerstag lagen die Doordash-Papiere nach Gewinnmitnahmen rund zwei Prozent im Minus.

    An der Wall Street ist angesichts der Euphorie im Markt eine neue Diskussion über eine Tech-Blase entfacht. David Trainer vom Analysehaus New Constructs hält die Papiere für überteuert. Doordash sei der „lächerlichste Börsengang des Jahres“, stellte er klar.

    Jonathan Krinsky von Bay Crest Partners spricht nicht von einer großen Blase, sondern von „ziemlich viel Schaum“. Getrieben seien die Kurse auch von der hohen Nachfrage der Kleinanleger, die auf kostenlosen Handelsplattformen wie Robinhood die Nachfrage nach oben treiben. Airbnb sei eine globale Marke, doch viele Käufer wüssten nicht, welche Risiken sie sich ins Portfolio laden.

    Investor Hommels glaubt trotz der hohen Bewertungen dagegen an den langfristigen Erfolg des Zimmervermieters. „Die Bewertung heute ist relativ egal. Wichtig ist, dass Airbnb auch noch in fünf bis sieben Jahren erfolgreich ist. Und davon gehe ich aus“, sagte Hommels im Gespräch mit dem Handelsblatt. Hommels, Gründer des Schweizer Risikokapitalgebers Lakestar, stieg 2011 als privater Investor bei Airbnb ein und plant, seine Anteile zu halten.

    Zwar ist Airbnb auch von der Coronakrise betroffen, hat seinen Schwerpunkt aber erfolgreich von der Untervermietung von Privatwohnungen in Großstädten auf Ferienwohnungen verlagert. „Wir mussten uns in diesem Jahr stark fokussieren“, erklärte CEO Brian Chesky vor dem Handelsstart im Börsensender CNBC.

    Für die Zukunft sieht er sich gut positioniert. „Reisen wird nie wieder so sein wie im Januar, weil die Welt nie wieder so sein wird wie im Januar“, glaubt der 39-Jährige. Kunden würden statt auf Massentourismus stärker auf individuelle Reisen und Erfahrungen setzen.

    Auch Mitgründer und Technikvorstand Nate Blecharczyk sieht sein Unternehmen für eine zweite Corona-Welle gut aufgestellt. „Die Pandemie hat die Resilienz und Anpassungsfähigkeit unseres Geschäftsmodells bewiesen“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. „Unser Geschäftsmodell heilt sich selbst.“

    Das Geschäft von Airbnb hat sich erholt

    Hommels lobt Cheskys Fähigkeiten als Krisenmanager. „Das hat er in diesem Jahr noch einmal unter Beweis gestellt, und als Investor bin ich überzeugt, dass er auch künftige Problem gut lösen wird.“

    Auch die Analysten von Wolfe Research sehen viele Vorteile des Start-ups. Das Unternehmen tritt nicht selbst als Vermieter auf, sondern nimmt durchschnittlich 15 Prozent Provision für jede über die Plattform abgewickelte Buchung. Das hält die Kapitalkosten gering.

    Zuletzt hat sich das Geschäft von der Krise im Frühjahr einigermaßen erholt. Im dritten Quartal konnte Airbnb sogar schwarze Zahlen vorweisen: Im vergangenen Vierteljahr verdiente das Unternehmen 219 Millionen Dollar (185 Millionen Euro). In den neun Monaten bis Ende September fielen aber insgesamt Verluste von knapp 697 Millionen Dollar an.

    „Anleger mögen Aktien von Unternehmen, die starkes Wachstum vorweisen“, gibt Sven Weber zu bedenken, der den Risikokapitalfonds Knightsbridge Advisers berät. Er verweist darauf, dass sich die Technologiebranche wie schon 2008 besonders widerstandsfähig in der Krise gezeigt hätte. Das kommt bei Investoren gut an.

    Chesky und sein Team müssen nun die hohen Erwartungen erfüllen. In den kommenden Monaten könnte sich die Lage erneut eintrüben. „Die hohen Coronafallzahlen und die neuen Reisebeschränkungen werden sich vermutlich auch den Zahlen von Airbnb niederschlagen“, warnt Daniel Morgan vom Vermögensverwalter Synovus.

    Mehr: Risiken, Einstiegschancen, Wachstum – Was Anleger zum Börsengang von Airbnb wissen müssen.

    Startseite
    Mehr zu: Online-Zimmervermittler - Fulminantes Debüt: Airbnb-Aktie legt beim Börsengang mehr als 100 Prozent zu
    0 Kommentare zu "Online-Zimmervermittler: Fulminantes Debüt: Airbnb-Aktie legt beim Börsengang mehr als 100 Prozent zu"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%