Globale Finanzmärkte: Angst vor Volmageddon 2.0 – Neun Risiken für die Märkte
- Nach dem Börsenbeben am vergangenen Freitag rauschten am Montag die Kurse von europäischen, asiatischen und amerikanischen Börsen erneut in die Tiefe.
- Das wirft Fragen auf und sorgt für Unsicherheiten. Was steckt hinter der neuen Fragilität und Volatilität an den Märkten? Handelt es sich um Einzelfälle oder doch um Vorboten eines großen Crashs?
- Top-Ökonom Mohamed El Erian sieht im Handelsblatt-Gespräch in den Schwächeanfällen an den Börsen eine „notwendige Korrektur, die längst nicht vorüber ist“, vor allem getrieben durch zwei Faktoren.
- Ein Team von Handelsblatt-Reportern hat sich auf Spurensuche begeben, um jene fragile Stellen im globalen Finanzsystem ausfindig zu machen.
Die neue Börsenwoche begann, wie die vergangene aufgehört hatte: mit einem Schock. Als die Händler in Europa gerade ihren Kaffee aufsetzten und ihre amerikanischen Kollegen noch schliefen, rauschten in Japan die Kurse in die Tiefe. Mit einer Dynamik, wie sie die Börse in Tokio zuletzt am „schwarzen Montag“ im Oktober 1987 erlebt hatte. Ein Minus von mehr als zwölf Prozent.
Die europäischen und amerikanischen Handelsplätze konnten sich diesem Sog nicht entziehen. An den Börsentafeln in London, Frankfurt, Paris und später in New York zeigte sich überall das gleiche Bild: Kurven, die steil von links oben fast senkrecht nach unten verlaufen. Erschrockene Gesichter von Händlern, die das Geschehen kaum fassen können.
Die Börsen hatten die Invasion der Ukraine durch Russland weggesteckt, die wuchtige Rückkehr der Inflation verkraftet und die drohende Eskalation im Nahen Osten weitgehend ignoriert. Ein enttäuschendes Signal vom US-Arbeitsmarkt reichte, um ein globales Börsenbeben auszulösen?