Rohstoffmarkt: Warum der Ölpreis die geopolitische Lage widerspiegelt
Pumpstation in der Hauptstadt Baku: Aserbaidschan gehört zu Israels Öllieferanten.
Foto: dpaFrankfurt. Seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober ist der Ölpreis in der Spitze um elf Prozent gestiegen, die Nordseesorte Brent kostete zeitweise fast 94 US-Dollar pro Barrel. Doch seit Wochenbeginn sinkt der Brent-Preis wieder, weil einige Marktteilnehmer derzeit zumindest die Möglichkeit einer Deeskalation der geopolitischen Lage sehen.
So haben sich die USA und Saudi-Arabien laut einer Mitteilung des Weißen Hauses darauf geeinigt, ihre diplomatischen Bemühungen fortsetzen zu wollen, „um die Stabilität in der Region zu erhalten und eine Ausweitung des Konfliktes zu verhindern“. Danach fiel der Brentpreis zeitweise unter 88 Dollar pro Barrel.
Die Mitteilung der US-Regierung zeigt: Die Ausgangssituation ist eine andere als im Jom-Kippur-Krieg 1973. Damals griffen Ägypten und Syrien Israel an, die USA beschlossen daraufhin, Israel zu unterstützen. Als Reaktion reduzierten die arabischen Ölstaaten ihre Fördermenge um fünf Prozent. Der Ölpreis stieg in den Monaten danach von rund drei auf über zwölf Dollar pro Fass. An diesen Ölpreisschock fühlten sich einige Anleger erinnert, nachdem der Ölpreis nach dem Angriff der Hamas anstieg.