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Dax aktuellDax schließt bei 14.231 Punkten – größter Tagesgewinn seit zwei Wochen

Im Tauziehen rund um die Marke von 14.000 Punkten haben die Optimisten die Nase vorn. Zwischen Profis und privaten Investoren zeigt sich nun ein Stimmungsunterschied.Leonidas Exuzidis 26.05.2022 - 18:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Wie sind die Perspektiven für den deutschen Leitindex?

Foto: Bloomberg Creative/Getty Images [M]

Düsseldorf. Der Dax hat am Donnerstag zum wiederholten Male die Marke von 14.000 Punkten hinter sich gelassen. Der Leitindex schloss 1,59 Prozent höher bei 14.231 Punkten. In einem freundlichen Marktumfeld lag der Dax nach Veröffentlichung der Fed-Protokolle während des gesamten Tages im Plus. Die Markteröffnung in den USA sorgte dann für weitere Kursgewinne.

Der Dax hat die 14.000er-Marke in den vergangenen beiden Handelswochen nie nachhaltig hinter sich lassen können. In diesem Zeitraum schloss das Frankfurter Börsenbarometer fünfmal über dem besagten Niveau, viermal darunter. Am Mittwoch hatte der Index nach einem schwachen Auftakt den Handel bei 14.008 Punkten beendet.

Schnelle Gewinnmitnahmen deuten darauf hin, dass nur wenige überzeugte, langfristig agierende Käufer am Markt aktiv sind. Auf der anderen Seite scheint knapp unter der 14.000-Punkte-Marke hohes Kaufinteresse zu herrschen: Schnelle Anschlusskäufe sorgen dafür, dass es nach oben geht, wenn der Dax darunter fällt. Im Ergebnis bleibt eine mehrtägige Seitwärtsbewegung.

In der laufenden Woche hat das Handelsvolumen allerdings merklich nachgelassen. Das spricht dafür, dass sich viele Anleger aktuell lieber zurückhalten und abwarten, bis der Dax wieder eine klare Richtung findet – und gegen ein marktbreites Handeln.

Auch am Donnerstag ist die Zahl der gehandelten Papiere weit unter dem Durchschnitt geblieben. Bis zum Nachmittag wurden weniger als 30 Millionen Stücke gehandelt. Christi Himmelfahrt ist ein bundesweiter Feiertag in Deutschland, an dem sich viele Anlegerinnen und Anleger – auch Teile der Profis – zurückhalten. Und ohnehin war die Zahl der relevanten Termine sehr gering.

Das Auf und Ab um die Marke von 14.000 Punkten lässt sich auch als Tauziehen interpretieren. So ähnlich scheint sich die Situation unter Profianlegern zu entwickeln: eine verschärfte Polarisierung zwischen Bullen und Bären. Das legt die neue Umfrage der Börse Frankfurt unter mittelfristig agierenden institutionellen Investoren dar.

Demnach ist sowohl das Lager der Optimisten als auch das Lager der Pessimisten im Segment der Profiinvestoren zuletzt deutlich gewachsen. Folglich hat sich der Anteil der neutral gestimmten Investoren deutlich reduziert.

Unterm Strich ist der Sentimentindex unverändert geblieben, gleichwohl ist der Anteil der Bullen noch größer als der der Bären. Das mache den Dax anfällig für weitere Rücksetzer, sagt der Sentimentexperte Joachim Goldberg, der die Umfrage für die Börse Frankfurt auswertet. Der Sentimenttheorie zufolge gilt Optimismus als Kontraindikator. An die allgemeine Nachrichtenlage scheinen sich die Profis gewöhnt zu haben, bilanziert Goldberg.

Die befragten Privatanleger zeigen sich hingegen noch pessimistischer. Das passt zu den jüngsten Resultaten der Umfrage Dax-Sentiment, die ebenso die Stimmung unter Privatanlegern misst. Demnach ist die Stimmung weiter extrem negativ. Das ist zwar ein Indikator für eine mögliche Trendwende am Markt, allerdings ist das Kaufinteresse nach wie vor sehr gering.

Fed-Protokolle fallen wie erwartet aus

Vonseiten der Geldpolitik gab es immerhin kaum nennenswerte Überraschungen. Die US-Notenbank Fed dürfte bei den kommenden beiden Sitzungen im Juli den Leitzins jeweils um 0,5 Prozentpunkte anheben. Die Protokolle der vergangenen Sitzung vom 4. Mai, die am Mittwochabend veröffentlicht wurden, signalisieren dafür Unterstützung. Ein solcher Schritt sei „wahrscheinlich angemessen“.

Derzeit liegt der Leitzins in den USA in einer Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent. Bei ihrer jüngsten Sitzung hatte die Fed erstmals seit 22 Jahren eine Anhebung um 0,5 Punkte beschlossen. In der Regel ist es üblich, dass der Zins um 25 Basispunkte angepasst wird.

Doch die sehr hohe Inflation im Land erfordert ungewöhnliche Maßnahmen. Im April sind die Verbraucherpreise um 8,3 Prozent gestiegen. Gewünscht ist eine Teuerung von zwei Prozent. Die Protokolle zeigen: Die Währungshüter fürchten, dass sich der Preisdruck sogar noch verschärft.

Da Lieferkettenprobleme, die Folgen des Ukrainekriegs und die flächendeckenden Lockdowns in China die Inflation antreiben, war an den Märkten zuletzt sogar über einen Zinsschritt im Umfang von 0,75 Punkten spekuliert worden. Die Protokolle geben jedoch keine Hinweise, dass eine solche Maßnahme folgt.

Die Fed um ihren Präsidenten Jerome Powell hat in den vergangenen Wochen klar geäußert, die hohe Inflation eindämmen zu wollen. Das allerdings ruft Sorgen hervor, dass ein zu aggressives Vorgehen die Konjunktur abwürgt. Ablesbar sind diese Sorgen an den deutlichen Kursverlusten der US-Leitindizes. Diese schwierige Balance gilt es für die Fed nun zu meistern.

Am Anleihemarkt hat sich das Geschehen in den vergangenen Tagen merklich beruhigt. Die Kurse für Staatsanleihen sind sukzessive gestiegen, parallel dazu haben die Renditen nachgegeben.

Zehnjährige US-Bonds rentierten am Donnerstag mit 2,740 Prozent. Das ist das geringste Niveau seit vier Wochen. In der Zwischenzeit hatte die Rendite angesichts der Zinsfantasien sogar kurzzeitig die Marke von 3,2 Prozent passiert. Eine solche Bewegung in so kurzer Zeit – erst nach oben, dann nach unten – ist am Anleihemarkt unüblich. Die Rendite für zweijährige US-Bonds lag am Donnerstag bei 2,4436 Prozent.

„Der US-Rentenmarkt ist dem der Euro-Zone wieder mal einen Schritt voraus“, sagt Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. „Hier sind mittlerweile wohl alle schlechten Nachrichten und Zinserhöhungsfantasien eingepreist.“ So gelte in den USA mittlerweile das Motto „no news is good news“.

Am deutschen Markt ist die Bewegung etwas moderater, aber auch deutlich erkennbar. Die Rendite der Benchmark-Anleihe für eine Laufzeit mit zehn Jahren entfernt sich weiter von der Marke von einem Prozent. Diese Bonds werfen aktuell 0,9590 Prozent ab.

Rubel rutscht ab

Spekulationen auf weitere Zinssenkungen in Russland beschleunigen die Talfahrt des Rubels. Der Dollar steigt in der Spitze um 7,7 Prozent auf 63,92 Rubel.

Auf einer außerplanmäßigen Sitzung hat die russische Zentralbank am Donnerstag die Senkung der Leitzinsen um drei Prozentpunkte auf elf Prozent beschlossen. Es war die dritte Senkung in Folge. Experten hatten mit einem kleineren Schritt gerechnet.

Die Währungshüter sehen zudem Spielraum für weitere Lockerungen in diesem Jahr. Sie hatten im Februar, kurz nach Ausbruch des Kriegs, den Leitzins drastisch auf 20,0 Prozent erhöht, nachdem der Rubel massiv an Wert verloren hatte.

Einzelwerte im Fokus

Bayer: Die Analysten der Citigroup sehen das Kursziel nun bei 106 Euro nach zuvor 102 Euro. Die Aktie steigt daraufhin um 3,32 Prozent auf 65,90 Euro.

Zalando: Einmal mehr stehen die Wachstumswerte im Fokus. Wie schon am Vortag bilden Zalando, Hellofresh und Delivery Hero die größten Tagesgewinner mit einem Plus zwischen sechs und zehn Prozent. Am Dienstag hingegen hatten die drei Lieferdienste das Dax-Ende gebildet.

Freenet: Die Titel profitieren mit einem Plus von 4,86 Prozent von einer doppelten Hochstufung von „Sell“ auf „Buy“ durch Goldman Sachs. Analyst Andrew Lee betonte die strukturellen Verbesserungen des Mobilfunkanbieters. Freenet biete Anlegern eine seltene Kombination aus Wachstum und hohen Ausschüttungen.

Auto1: Als einer der besten Werte im SDax gewannen die Papiere des Online-Gebrauchtwagenhändlers 6,4 Prozent, hier gaben überraschend starke Zahlen des britischen Wettbewerbers Auto Trader Schub.

Verbund: Anleger folgen einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank und greifen bei Verbund zu. Die Aktien des Wiener Energiekonzerns stiegen in Wien um bis zu 5,9 Prozent. Die Analysten der Deutschen Bank stufen die Titel auf „Buy“ von „Hold“ hoch und sehen das Kursziel nun bei 105 Euro von zuvor 96 Euro. Am Tagesende schloss die Aktie 1,37 Prozent im Plus.

Johnson Matthey: Ein mit Enttäuschung aufgenommener Ausblick macht den Aktien des Chemiekonzerns zu schaffen. Die Titel rutschen an der Londoner Börse um bis zu 7,6 Prozent ab. Das Unternehmen, das unter anderem Katalysatoren herstellt, rechnet 2022/23 mit einem Betriebsergebnis in der unteren Hälfte der Markterwartungen.

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Folgende Aktien werden am Donnerstag mit einem Dividendenabschlag gehandelt: Aixtron, Evonik Industries, Lanxess, Grenke, Sixt, Secunet.

Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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