Dax aktuell: Streit mit Iran verunsichert Anleger – Dax schließt im Minus
Düsseldorf. Zu Beginn der ersten vollständigen Handelswoche des Jahres ist die Stimmung an der Börse in Frankfurt gedrückt: Der deutsche Leitindex schloss an diesem Montag bei 13.127 Punkten und damit 0,7 Prozent im Minus. Der MDax der mittelgroßen deutschen Werte gab um 0,9 Prozent auf 28.193 Punkte nach.
Zwischenzeitlich war der Dax unter die Marke von 13.000 Punkten gefallen. Anleger zeigten sich zunehmend verunsichert durch die Lage im Nahen Osten. Nachdem die USA den iranischen General Ghassem Soleimani auf dem Flughafen der irakischen Hauptstadt getötet haben, spitzt sich die Lage zu (hier die aktuellen Ereignisse im Newsblog).
Am Sonntag verkündete der Iran, sich nicht mehr an das Atomabkommen gebunden zu fühlen. Donald Trump verkündete daraufhin auf Twitter, dass der Iran niemals eine Atombombe besitzen werde. Zudem beschloss das irakische Parlament eine Resolution, die die den sofortigen Abzug aller ausländischen Streitkräfte aus dem Land fordert. US-Präsident Donald Trump drohte dem Irak mit harten Sanktionen, sollten amerikanische Truppen zum Abzug gezwungen werden.
An der Wall Street begann der neue Handelstag ebenfalls leicht im negativen Bereich. Dow Jones und S&P büßten einige Punkte ein, an der Technologiebörse Nasdaq ging es dagegen leicht aufwärts. Auch die asiatischen Börsen zeigten sich am Montag geschwächt. An der Tokioter Börse gab der Leitindex Nikkei 1,9 Prozent auf 23.205 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix verlor 1,4 Prozent auf 1697 Punkte.
Ölpreise im Höhenflug
Zudem befinden sich die Ölpreise durch die Zuspitzung im Nahen Osten weiter auf einem Höhenflug. Am Montag stieg der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) am frühen Morgen zeitweise bis auf 64,7 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Damit erreichte der Preis den höchsten Stand seit vergangenem April.
Die steigenden Ölpreise lösten einen erneuten Kursrutsch bei Fluggesellschaften aus, weil für sie Treibstoff der größte Kostenfaktor ist. Die Aktien von Lufthansa, Air France-KLM und der British Airways-Mutter IAG büßten bis zu 4,5 Prozent ein. Die Titel der Ölkonzerne BP, Shell und Total stiegen dagegen jeweils etwa ein Prozent.
In der Folge flüchten Anleger in Krisenwährungen wie Gold. In der Nacht auf Montag stieg der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) bis auf 1588,13 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit 2013. In Euro verzeichnet das Edelmetall sogar ein Allzeithoch. Gold ist bereits seit einigen Wochen wieder verstärkt als Krisenwährung gefragt. Anfang Dezember vergangenen Jahres hatte die Feinunze rund 1450 Dollar gekostet.
Das Sieben-Jahres-Hoch des Goldpreises ermuntert Anleger auch zum Einstieg bei Edelmetall-Förderern. In London stiegen beispielsweise die Aktien der russischen Bergbaufirma Polymetal um 1,8 Prozent. Auch die Titel von Newmont, Barrick, Yamana, AngloGold Ashanti und Sibanye konnten zeitweise Kursgewinne verzeichnen.
Investoren griffen auf ihrer Suche nach Alternativen aber auch beim „digitalen Gold“ Bitcoin zu. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise lag laut der Webseite coinmarketcap.com bei rund 7.608 Dollar je Einheit und damit rund 1,2 Prozent höher als am Vortag.
Auch der Yen profitiert von der Suche nach sicheren Anlagen. Die japanische Währung stieg am Montagmorgen auf ein Drei-Monats-Hoch.
Blick auf die Einzelwerte
Daimler: Der beendet den Handelstag 0,5 Prozent im Minus. Der Hersteller ruft in den USA 740.000 Fahrzeuge wegen Problemen mit den Schiebedächern zurück. Außerdem ging der US-Absatz im Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Der Erzrivale BMW habe hier dem Stuttgarter Konzern erstmals seit 2015 den Rang abgelaufen, sagte ein Börsianer. Die Münchener Firma verbuchte ein Absatzplus.
Telefonica: Nach einer Kaufempfehlung von HSBC-Analysten entwickelte sich das Papier freundlich. Die Aktie von Telefonica Deutschland beendete den Handelstag knapp ein Prozent im Plus.
Metro: Bernstein-Experten hatten bei der Metro-Aktie die Daumen gesenkt – es ging knapp vier Prozent abwärts.
Pandora: Der dänische Juwelier schafft es offenbar, seine selbstgesteckten Ziele zu erreichen und erfreut damit die Anleger. Die Papiere schnellten am Montag um fast 13 Prozent in die Höhe. Analysten verwiesen vor allem auf ein besseres Abschneiden des Unternehmens im vierten Quartal. „Das wichtigste ist, dass sie nun damit rechnen, dass die Gewinnmarge am oberen Ende der Prognosespanne liegen dürfte, was eine Überraschung ist“, sagte Per Fogh, Analyst bei der Sydbank.
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