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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Corona-Sorgen schicken Wall Street auf Talfahrt

Pessimistische Firmenausblicke drücken zudem besonders auf die Stimmung: Der Dow Jones verliert mehr als drei Prozent. Aktien der Firma hinter Coronavirus-Testkits sind wiederum gefragt. 05.03.2020 - 23:07 Uhr aktualisiert

Die Corona-Krise verunsichert US-Anleger.

Foto: AP

New York. Sorgen um die Coronavirus-Epidemie haben am Donnerstag erneut schwer auf der Wall Street gelastet. Die Angst der Börsianer vor einem Konjunkturknick wurde weiter geschürt: Der Bundesstaat Kalifornien rief nach weiteren Infektionen und einem ersten Todesfall den Notstand aus. Auch in New York verdoppelte sich die Zahl der Infektionen über Nacht auf 22, was aber auch daran liegen dürfte, dass mehr Menschen auf das Virus getestet werden.

„Schwankungen an den Börsen sind im Moment die Norm, während sich herausstellt, wie groß der wirtschaftliche Schaden durch die Coronavirus-Epidemie sein wird“, sagte Marktstratege Art Hogan vom New Yorker Vermögensverwalter National Securities.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 3,6 Prozent tiefer auf 26.121 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 3,1 Prozent auf 8738 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 3,4 Prozent auf 3024 Punkte ein.

Weltweit gibt es immer mehr Reisebeschränkungen, immer mehr Unternehmen schicken Mitarbeiter in Quarantäne oder sagen Veranstaltungen ab. Das lastet auf den Aktienmärkten und treibt immer mehr Anleger in sichere Häfen. Dieser Trend wirkt sich stark auf die Rendite für zehnjährige US-Zinspapiere aus, die am Donnerstag auf ein neues Rekordtief knapp unterhalb von 0,9 Prozent fiel. Erst am Dienstag war sie erstmals unter die Marke von einem Prozent gerutscht.

Auch der Goldpreis stieg kräftig an: Die Feinunze Gold verteuerte sich am Nachmittag gegenüber dem Vortag um mehr als zwei Prozent auf 1668 Dollar.

Nun richtet sich der Blick der Anleger vor allem auf den Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung gingen indes um 3000 auf 216.000 zurück.

Einzelwerte im Fokus

Bei den Einzelwerten gerieten vor allem die Sektoren Tourismus und Finanzen unter Druck. Papiere der Fluggesellschaften American Airlines, Delta und Spirit Airlines fielen um bis zu 18 Prozent. Die Titel der Kreuzfahrtschiff-Betreiber Carnival, Royal Caribbean und Norwegian sackten um bis zu 16 Prozent ab. Aktien der Investmentbanken JPMorgan und Goldman Sachs fielen um bis zu 4,9 Prozent.

Die Aktien von Boeing rutschten auf ein Tief seit Ende 2017 und verloren zum Handelsschluss 8,04 Prozent, womit sie der zweitschwächste Dow-Wert waren, übertroffen nur von United Technologies mit minus 9,06 Prozent. Die Ausbreitung des Coronavirus setzt dem krisengeschüttelten Flugzeugbauer nach dem Desaster mit seiner 737 Max zusätzlich zu. Am Vortag hatten bereits Kreisemeldungen die Runde gemacht, wonach der europäische Erzrivale Airbus erwägt, die Produktion seiner A330neo-Jets zusammenzustreichen.

Ein steigender Bedarf an Coronavirus-Testkits bescherte Co-Diagnostics einen erneuten Kurssprung. Die Aktien der Medizintechnikfirma verteuern sich um bis zu 27 Prozent. Damit hat sich der Kurs binnen zwei Wochen in etwa vervierfacht. Das ist die stärkste Rally der Firmengeschichte.

Das Ölkartell Opec will auf die wirtschaftlichen Folgen des neuen Coronavirus mit einer deutlichen Kürzung der Rohölförderung reagieren. Eine weitere Verschärfung der Lage würde die Nachfrage nach Rohöl weiter dämpfen. Der Ölkonzern ExxonMobil kündigte nun an, die Produktion im wichtigen Permbecken in den USA zu drosseln und reagiert damit auf die jüngst sinkenden Ölpreise. Das beschwichtigte die Anleger aber nicht, die Aktien verloren 4,41 Prozent. Investoren sorgten sich wegen des hohen Ausgabenprogramms des Konzerns.

Die immer stärker auf die Konjunktur durchschlagende Coronavirus-Epidemie zerrte auch an den Nerven von Europas Anlegern. Der Dax ging 1,5 Prozent tiefer bei 11.944,72 Punkten aus dem Handel. Investoren flüchteten in als krisensicher geltende Anlagen wie Gold und Anleihen.

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„Die Weltwirtschaft hängt derzeit am Tropf“, sagte Timo Emden vom gleichnamigen Analysehaus. Der Markt erwarte entschlossene Maßnahmen, eine weitere Lockerung der Geldpolitik liege auf der Hand. „Dennoch bleibt die Erkenntnis bestehen, dass geldpolitische Werkzeuge keinen Impfstoff gegen Corona ersetzen können.“ Thomas Völker, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Moneyfarm, befürchtet, dass die Börsen vor einer länger anhaltenden Phase erhöhter Volatilität und Unsicherheit stehen.

rtr, dpa
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