Rentnerparadies: So planen Sie Ihren Ruhestand in Frankreich
Avignon. Martina Dürscheid zeigt auf ihr Haus. „Unser Turm“, nennt sie es liebevoll. Das Haus mit drei verwinkelten Etagen stammt aus dem 19. Jahrhundert. Salbeigrün haben die 60-Jährige und ihr Mann Wilhelm, 66, das Tor gestrichen, pistazienfarben die Fensterläden. Überall stehen Bastkörbe mit Lavendel. Die Wölbungen im Mauerwerk innen erinnern an eine Kapelle. Kräuter, Tontöpfe und provenzalische Delikatessen stehen in den Regalen.
Seit über zwei Jahren wohnen die beiden Deutschen in Villes-sur-Auzon, nordöstlich von Avignon, in der Nähe der Lavendelfelder von Sault. Martina Dürscheid hat sich damit einen Traum verwirklicht. Schon als Jugendliche kam sie oft nach Südfrankreich, später mit ihrem Mann und den drei Töchtern.
Das Abenteuer Auswanderung begann dann im Jahr 2002 in der Garage der Familie in Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis. „Ich hatte schon immer eine Affinität für Frankreich. Ich habe dort Speisen gegessen, die in Deutschland sehr teuer waren“, erzählt die gelernte Kauffrau. Daraus entstand die Idee, diese Produkte in der eigenen Garage weiterzuverkaufen. Auf Märkten in der Provence knüpfte sie Beziehungen – auf Englisch, weil sie und ihr Mann kaum Französisch sprachen. Sie importierten Dekorationsartikel, Wein, Lavendel, Olivenöl, Pastis und selbst gefertigte Stoffe.
Ruhestand in Frankreich: Was müssen Rentner beachten?
Aus dem kleinen Geschäft wurde ein Großhandel mit 1500 Produkten. Alle zwei Wochen fuhren die Dürscheids nach Frankreich und entschieden im Verlauf der Jahre: Hier wollten sie den Ruhestand verbringen. Und damit sind sie in guter Gesellschaft.
Rund 87.000 Deutsche leben in Frankreich, das Land liegt laut einem Ranking des Statistischen Bundesamtes von 2023 auf Platz 4 der beliebtesten europäischen Auswanderungsziele der Deutschen.
„Man muss sich genau überlegen, wohin man geht, damit die Infrastruktur stimmt. Nicht in einen Touristenort, der nur im Sommer lebt“, gibt Martina Dürscheid aber zu bedenken.