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Gastkommentar – „Homo oeconomicus“ Warum Taiwan bei der Corona-Bekämpfung ein Vorbild ist

Taiwan hat die Corona-Pandemie durch schnelle und entschlossene Gegenmaßnahmen besiegt. Andere Länder hatten diese Möglichkeit auch.
11.12.2020 - 10:54 Uhr 1 Kommentar
Taiwan hat gezeigt, dass es mit gesundem Menschenverstand und entschlossener Führung möglich ist, das Virus zu besiegen. Quelle: AFP
Grundschüler in Taipeh beim Mittagessen

Taiwan hat gezeigt, dass es mit gesundem Menschenverstand und entschlossener Führung möglich ist, das Virus zu besiegen.

(Foto: AFP)

Wenn die ganze Welt die Impfstoffe für Covid-19 herbeisehnt, mag es unangebracht erscheinen, über alternative Wege zur Eindämmung der Pandemie zu sprechen. Aber angesichts der Tatsache, dass die Infektionen wieder zunehmen, lohnt es sich, über Plan B nachzudenken für den Fall, dass mit Plan A etwas schiefgeht. Wir wissen ja jetzt mehr über dieses Virus als zu Beginn der Pandemie.

Insbesondere gibt es offenbar keine Abwägung zwischen den Zielen, die Wirtschaft am Laufen zu halten und das Virus zu bekämpfen. Wenn das Virus nicht vollständig ausgerottet wird, wird die Wirtschaft weiterhin unter wiederkehrenden Infektionswellen leiden.

Die sich daraus ergebenden kumulativen Verluste können leicht jeden Vorteil einer vorzeitigen Beendigung der Lockdowns im Namen der Rettung der Wirtschaft überwiegen. Länder wie Taiwan haben gezeigt, dass es mit gesundem Menschenverstand und entschlossener Führung möglich ist, das Virus zu besiegen.

Taiwan, ein demokratisches Land mit 23 Millionen Einwohnern, verzeichnet seit Anfang des Jahres nur 716 Infektionsfälle und sieben Todesfälle. Da es seit mehr als 230 Tagen keine einheimischen Covid-19-Fälle mehr gab, genießen die Menschen dort nun das Leben, das sie vor der Pandemie hatten.

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    Schnelle Reaktion in Taiwan

    Richard Koo ist Chefvolkswirt des Nomura Research Institute in Tokio. Quelle: imago images / Italy Photo Press
    Der Autor

    Richard Koo ist Chefvolkswirt des Nomura Research Institute in Tokio.

    (Foto: imago images / Italy Photo Press)

    Das Land, das 17 Jahre zuvor von der Sars-Epidemie heimgesucht worden war, verhängte schnell eine strenge 14-tägige Quarantäne für alle ankommenden Passagiere und ordnete hohe Geldstrafen für diejenigen an, die sich nicht daran hielten. Diejenigen, die sich in Quarantäne befanden, wurden gemeinschaftlich unterstützt und überwacht.

    Die Regierung erhöhte die tägliche Produktion von medizinischen Masken von fast null auf zehn Millionen in nur drei Wochen, indem sie ein nationales Team einheimischer Hersteller zusammenstellte. Neueste IT-Technologien wurden nicht nur zur Kontaktverfolgung, sondern auch zur gerechten Verteilung der Masken eingesetzt.

    Auch die meisten Länder, die später reagierten, hätten das Virus im Sommer, als die Infektionszahlen stark zurückgingen, eliminieren können, wenn sie die Lockdowns verlängert hätten.

    Wenn wir vereinfachend annehmen, dass alle für die erste Jahreshälfte gemeldeten Rückgänge des Bruttoinlandsprodukts (BIP) während des Lockdowns stattgefunden haben und dass es das gesamte dritte Quartal gedauert hätte, um das BIP nach einem um drei Wochen verlängerten Lockdown wieder auf das Niveau des vierten Quartals des letzten Jahres zu bringen, dann hätte der Gesamtverlust des jährlichen BIP, der zur Eliminierung des Virus notwendig ist, für Deutschland 218 Milliarden, für Frankreich 277 Milliarden und für Italien 178 Milliarden Euro betragen.

    Das bedeutet, wenn diese Länder bereit wären, diese Verluste (oder die Erhöhung der staatlichen Unterstützung, um einige dieser Verluste auszugleichen) jetzt zu akzeptieren, können sich ihre Völker in etwa zwei Monaten auf das Leben freuen, das die Taiwanesen heute genießen.

    Mehr: Zukunftsplan für Europa: So wollen Deutschland und Frankreich der Wirtschaft helfen

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    1 Kommentar zu "Gastkommentar – „Homo oeconomicus“: Warum Taiwan bei der Corona-Bekämpfung ein Vorbild ist"

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