Märkte Insight: Das Gespenst der Rezession geht um
Die New Yorker Handelsblatt-Korrespondentin Astrid Dörner erklärt, warum die Märkte gerade vor einer neuen Bewährungsprobe stehen könnten.
Foto: GettyNew York. Peter Boockvar sieht es pragmatisch. Wer sich anschaue, wie hoch die Leitzinsen in den USA noch steigen könnten, der solle vielleicht „zu Ibuprofen greifen“, riet der Investmentchef des Vermögensverwalters Bleakley Advisory Group seinen Kunden. Das Schmerzmittel könnte helfen, die jüngsten, wenig erbaulichen Botschaften von Jerome Powell zu verkraften.
Den Vorwurf, dass sich Notenbanker oft so verklausuliert äußern, dass sie keiner versteht, muss sich der Chef der US-Zentralbank Fed jedenfalls nicht gefallen lassen. Unmissverständlich machte Powell bei seiner Anhörung vor dem Kongress klar, dass die Fed auch wieder größere Zinsschritte beschließen könnte, obwohl sie das Tempo gerade erst gedrosselt hat.
Die Anleger reagierten prompt: Alle wichtigen Aktienindizes in den USA schlossen am Dienstag mit deutlichen Verlusten. Am Mittwoch startete der Leitindex Dow Jones mit einem Minus von 0,4 Prozent, während die Kurse an der Technologiebörse Nasdaq weitgehend unverändert notierten.
In Deutschland schloss der Dax mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 15.631 Zählern. Angesichts der strikten Zinspolitik der Fed könnten deutsche und europäische Aktien nach Einschätzung diverser Analysten zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder besser abschneiden als die der US-amerikanischen Märkte.