1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kolumnen
  4. Prüfers Kolumne: Heiß und fettig!

Prüfers KolumneHeiß und fettig!

Trump und Harris machen es vor. Vielleicht werden wir bei der nächsten Bundestagswahl uns auch an Politikern erfreuen, die demonstrativ Schichten bei McDonald’s machen.Tillmann Prüfer 26.10.2024 - 11:02 Uhr Artikel anhören
Tillmann Prüfer ist Mitglied der Chefredaktion des „Zeit-Magazins“. Foto: Handelsblatt

Die Kandidaten der Präsidentschaftswahlen in den USA streiten gerade, wer von ihnen die besseren Erfahrungen an der Fritteuse gemacht hat. Kamala Harris hat im Wahlkampf angegeben, dass sie während des Studiums einen Sommer lang bei McDonald’s gearbeitet hat. Laut ihren Wahlkampfteams soll es im Sommer 1983 in Alameda im Bundesstaat Kalifornien gewesen sein.

Donald Trump hat nie bei McDonald’s gearbeitet, sich aber auch während eines Wahlkampftermins in Feasterville-Trevose im US-Bundesstaat Pennsylvania an die Essensausgabe von McDonald’s gestellt. Ungefähr um die Harris-Zeit muss es auch gewesen sein, als  Günter Wallraff, der Investigativjournalist, bei McDonald’s gearbeitet hat, um für sein 1985 erschienenes Buch „Ganz unten“ zu recherchieren.

Daily US-Election Insight

Das Geheimnis von Trumps starken Umfragen

Damals hatte er berichtet, dass dort die Hosen keine Taschen hätten, damit man sich kein Trinkgeld einstecke, deswegen aber auch kein Taschentuch einsteckbar sei. Also würden es die laufenden Nasen auf dem Grill zischen lassen, damals in den 80er-Jahren bei McDonald’s. Deswegen hätte hierzulande auch kein Politiker damit Wahlkampf gemacht. In den USA gibt es offenbar ein anderes Empfinden.

Burger eignen sich besser als Gemüse

Donald Trump hatte schon zu Zeiten seiner Präsidentschaft immer wieder mal gerne Burgerkartons mit dem goldenen „Mc“ auf den Tischen im Weißen Haus drapiert. Offenbar steht Fast Food in den USA für Bürgernähe. Dabei hatte doch noch Michelle Obama im Garten des Weißen Hauses Gemüse angepflanzt, um den Amerikanern zu zeigen, wie man sich gesund ernährt. Aber wenn es darum geht, Wahlen zu gewinnen, dann ist es wohl besser, auf Burger und Pommes zu setzen. Immerhin, so meldet die „Welt am Sonntag“, hat schon ein Achtel der Amerikaner einmal im Leben bei McDonald’s gearbeitet.

Verwandte Themen
Donald Trump
USA
Friedrich Merz
Deutschland
Bundestagswahl
Michelle Obama

Wenn es auch in Deutschland so wichtig wäre, was man als Politiker schon alles gemacht hat, um Geld zu verdienen, würde es schwierig. In Deutschland hat man zwar als Politiker gerne einen Nebenjob, aber den tritt man erst an, wenn man im Bundestag ist. Dann kann man wunderbar Berater oder Vortragshalter werden. Davor ist Arbeiten weit weniger bequem. Wirtschaftsminister Robert Habeck hat als Schriftsteller gearbeitet, das ist wenigstens von der Profitabilität vergleichbar damit, bei McDonald’s zu arbeiten.

Olaf Scholz hat als Anwalt gejobbt. Auch Friedrich Merz hat als Jurist gearbeitet, das scheint ein Berufsumfeld zu sein, aus dem man schnell den Absprung in die Politik sucht. Später hat Merz ja dann bei einer Beteiligungsgesellschaft gejobbt, da soll er ganz gut verdient haben. Vielleicht werden wir bei der nächsten Bundestagswahl uns auch an Politikern erfreuen, die demonstrativ Schichten bei McDonald’s machen. Zum Glück gibt es mittlerweile Taschen an den Uniformen.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt