Kommentar: Baerbocks abgebrochene Reise schadet Deutschland

Außenministerin Annalena Baerbock auf dem Weg zu ihrem Flug.
Foto: dpaDie abgebrochene Reise der Außenministerin eignet sich wunderbar zum Spott. Annalena Baerbock wollte zur Fußball-Weltmeisterschaft und zum Sehnsuchtsort Fidschi-Inseln, musste dann aber wegen einer Panne am Regierungsflieger umkehren.
Doch Häme ist nicht angebracht. Baerbocks Reiseziele waren zwar beliebte Urlaubsorte, aber die Reise selbst hatte sehr ernste Hintergründe.
Deutschland ist die drittgrößte Exportnation der Welt. Unser Wohlstand hängt direkt davon ab, dass Warenströme ungehindert von A nach B fließen können. Dazu gehört eine vernünftige Außenpolitik – mit vielen Reisen, auch nach Australien und Neuseeland.
Für die Ministerin und die anderen Beteiligten ist das kein Urlaub, sondern ein anstrengender Teil ihres Jobs – alles andere als „nice to have“.
Auch der geplante Besuch in Fidschi fällt unter die Kategorie deutsches Eigeninteresse. Das Land ist nicht nur massiv vom Klimawandel betroffen. Die Inselgruppe war zudem die erste im Pazifik, die diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China aufgenommen hatte. Nun geht sie auf Distanz zur Führung in Peking und verweist darauf, dass dort ein anderes politisches System herrscht. Ein kleines Land wendet sich von einem übergroßen Partner ab und demokratischen Ländern zu – die Reise von Baerbock wäre in dieser Situation ein wichtiges Signal der Unterstützung an die Inselnation gewesen und an jene Länder, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen.