Kommentar: Bitte alles, nur keine kraftlosen Kompromisse

Wie einschneidend diese Wahl für Deutschland war, zeigte die politische Landkarte am Tag danach. Der Osten ist fast durchgehend blau, der Westen schwarz mit nur wenigen roten Flecken. Die Bundesrepublik hat sich damit am Wahlabend radikal neu sortiert.
Die SPD ist keine Volkspartei mehr, die FDP aus dem Bundestag geflogen, die Grünen sind mit dem Rückzug von Robert Habeck um eine wichtige Führungsfigur ärmer. Und der Wahlsieger heißt zwar Friedrich Merz, aber gejubelt haben nur die rechten und linken Ränder. Im Osten wird die AfD sogar stärkste Kraft.
Der neue Kanzler steht vor einer fast unlösbaren Aufgabe: schnell eine Koalition bilden, dann tatkräftig regieren, die AfD wieder kleinkriegen. Ob ihm das mit den Sozialdemokraten in einer GroKo gelingt, darf bezweifelt werden.
SPD und Union haben noch nicht einmal Koalitionsgespräche aufgenommen, schon türmen sich die Probleme: allen voran das Geld. Es ist daher elementar, dass Merz zumindest das Sondervermögen, also die Mehrausgaben für die Verteidigung, noch vor der Konstituierung des neuen Bundestags auf den Weg bringt.