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KommentarDie Märkte sollten sich für Afghanistan interessieren

Bislang lässt die Machtübernahme der Taliban die Kapitalmärkte weitgehend kalt. Aber die Afghanistan-Krise ist eine Mahnung an die Investoren, geopolitische Risiken nicht zu vernachlässigen.Michael Maisch 19.08.2021 - 04:00 Uhr Artikel anhören

Die Machtübernahme der Taliban verschärft auch den Konflikt zwischen China und den USA

Foto: via REUTERS

Die üblichen Sprüche wie „Politische Börsen haben kurze Beine“ blieben dieses Mal in der Mottenkiste, aus der sich die Marktkommentatoren sonst gerne bei geopolitischen Großereignissen bedienen. Für die meisten Experten war von Anfang an klar, dass die überfallartige Machtübernahme der Taliban in Afghanistan keinen großen Einfluss auf die globalen Kapitalmärkte haben würde. Auf der einen Seite ist das Land wirtschaftlich zu bedeutungslos, auf der anderen Seite haben die Börsianer mit der anrollenden vierten Coronawelle und der anziehenden Inflation genügend andere Gründe, um sich Sorgen zu machen.

Trotzdem wäre es falsch für die Investoren, Afghanistan zu vernachlässigen. Denn die Auseinandersetzung am Hindukusch wirft ein neues Schlaglicht auf ein Risiko, das die meisten Marktstrategen ziemlich weit oben auf ihrer Gefahrenliste führen: die Auseinandersetzung zwischen China und den USA.

China war nach dem Sieg der Taliban das erste Land, das sich zu „freundlichen Beziehungen“ mit den neuen Machthabern bereit erklärte. Dabei haben die Kommunisten aus Peking und die islamistischen Gotteskrieger auf den ersten Blick kaum gemeinsame Anknüpfungspunkte. Eher im Gegenteil, wenn man an den Umgang Chinas mit der islamischen Minderheit der Uiguren denkt. Ein Anknüpfungspunkt sind aber die milliardenschweren Investitionen der Chinesen im rohstoffreichen Nachbarland.

Sollte der Schutz dieser Investments tatsächlich die Erklärung für die Annäherung Pekings an das neue Regime sein, wäre das eine eher beruhigende Nachricht für die Märkte. Denn das würde eine Fortsetzung der Business-first-Strategie bedeuten, die China in den vergangenen Jahren zu einer verlässlichen Stütze der globalen Wirtschaft gemacht hat.

Aber mindestens genauso wichtig wie ökonomische Erwägungen scheint China der Propagandaerfolg zu sein, der sich mit den Bildern vom Rückzug der Amerikaner aus Afghanistan erzielen lässt. Chinas staatliche Nachrichtenagentur Xinhua hört bereits die „Totenglocke für die im Niedergang befindliche US-Hegemonie“ läuten.

Solche großspurigen Sprüche sind ein weiteres Indiz, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China zu einem neuen kalten Krieg zwischen den beiden Großmächten eskalieren könnte. Und diese Aussicht sollte den Investoren an den Kapitalmärkten tatsächlich die Sorgenfalten auf die Stirn treiben.

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