Kommentar: Schlechte Umfragewerte: Die CDU versucht es nun mit einem Kaninchen
Die Bundeskanzlerin versucht, den SPD-Kanzlerkandidaten als politischen Erbschleicher darzustellen, ohne dass sie ihn so nennt.
Foto: dpaDass ein sympathisches Löffeltier mal die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs bestimmt, hätte bis vor einer Woche auch niemand gedacht. Doch die Kanzlerin nahm das Wort in ihrer voraussichtlich letzten Rede im Bundestag in den Mund.
Damit attackierte Angela Merkel ihren Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD), der in einer launigen Bemerkung die 50 Millionen Geimpften als Versuchskaninchen bezeichnet hatte.
Der Kontext in seiner Wahlkampfrede war aber für jeden Gutwilligen deutlich nicht ernst gemeint. Aber wenn man wie die CDU mit den Umfragewerten an der Wand steht, versucht man eben, um im Bild zu bleiben, das berühmte Kaninchen aus dem Hut zu zaubern.
Der Trend läuft gegen die Union und das verändert auch den Wahlkampf. Eigentlich wollte sich die Kanzlerin heraushalten. Jetzt ergreift sie schon fast im Tagesrhythmus das Wort und wirbt für CDU und CSU.
Merkel versucht auch, Scholz als politischen Erbschleicher darzustellen, ohne dass sie ihn so nennt. Sie griff im Bundestag ganz gegen ihre Art den SPD-Kanzlerkandidaten erneut an, weil der ein Bündnis mit der Linkspartei nicht ausschließen will.