Morning Briefing: Der Deal um Nord Stream 2
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
dass Energie eine Waffe ist, wissen alle Autofahrer, die dem Opec-Kartell der Ölstaaten in der Vergangenheit begegnet sind. Doch noch nie hat eine simple Erdgaspipeline so sehr polarisiert wie Nord Stream 2 von Gazprom, die Ostsee-Verbindung zwischen Russland und Deutschland.
Drei US-Präsidenten kämpften dagegen, als sei Breschnew wieder auferstanden. Doch gestern Abend verkündeten Washington und Berlin dann nach langem juristischem Kleinkrieg einen klassischen Formelkompromiss.
Der Inhalt: Das Erdgas kann bald fließen, Sanktionen aber kehren zurück, falls Russlands Staatspräsident Wladimir Putin das Energie-Transitland Ukraine abklemmen sollte. Und: Deutschland zahlt 175 Millionen Dollar für einen „grünen Fonds Ukraine“ – damit Kiew zum Großexporteur von grünem Wasserstoff wird. Der Deal wirkt wie ein Kartenhaus, das man vor dem lauesten Windzug schützen muss.
Der Kassensturz nach der Flutkatastrophe läuft noch, die Assekuranz-Firmen aber gehen bereits von fünf Milliarden Euro versicherten Schäden aus. Keine Naturkatastrophe war damit so teuer wie Tief „Bernd“.