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Morning Briefing Grünes Licht für Lufthansa-Rettung

26.06.2020 - 06:32 Uhr Kommentieren

Liebe Leserinnen und Leser,

Das Ringen um die Zukunft von Lufthansa hat ein Ende. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmten gestern die Aktionäre dem staatlichen Rettungsplan zu. Nach mehr als 600 Fragen und einer gut sechsstündigen Debatte stimmten schließlich 98,04 Prozent der anwesenden Anteilseigner für den umstrittenen Staatseinstieg – deutlich mehr als die notwendige Zweidrittelmehrheit. Und auch die EU-Kommission hat die zentralen Elemente des staatlichen Rettungspakets genehmigt.

Der Weg ist damit frei, die Überlebensfähigkeit der größten deutschen Airline zu sichern. Doch auf Vorstandschef Carsten Spohr wartet ein harter Sanierungsprozess. Auf der Hauptversammlung kündigte er „schmerzhafte Personalmaßnahmen“ an. Zudem müsse die Lufthansa effizienter und agiler werden. Einen ersten Erfolg kann Spohr bereits verbuchen: Mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo verständigte sich die Lufthansa auf ein Sparpaket von mehr als 500 Millionen Euro bis Ende 2023. Offenbar greift die Einsicht bei der Kranich-Airline, dass ein Weiter-so keine Option ist.

Quelle: Reuters
In die Erleichterung über die Einigung mit den Glyphosat-Klägern in den USA mischt sich bei Bayer-Chef Werner Baumann denn auch der Verdruss über die Höhe der Vergleichssumme.

Mehr als zehn Milliarden Dollar zahlt der Pharmakonzern Bayer für die Einigung mit den Glyphosat-Klägern in den USA. Nie zuvor in der Welt hat ein Unternehmen mehr für die Beilegung eines Rechtsstreits bezahlt. In die Erleichterung über die Einigung mischt sich bei Bayer-Chef Werner Baumann denn auch der Verdruss über die Höhe der Vergleichssumme. Im Interview mit dem Handelsblatt sagt er: „Natürlich ist die Summe schmerzhaft. Es ist viel Geld, aber es ist leider notwendig, um die Rechtsthemen zu Ende zu bringen anstatt damit in den nächsten Jahren weiter belastet zu werden.“

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    Das Ende mit Schrecken ist für Baumann die bessere Wahl als ein Schrecken ohne Ende: „Für uns ist es wichtig, dass wir die ganzen Rechtskomplexe endlich hinter uns lassen und uns auf die Zukunft konzentrieren können. Und damit meine ich große Herausforderungen wie die medizinische Versorgung gerade inmitten der Pandemie und eine bessere Ernährung der Weltbevölkerung, zu der wir beitragen wollen.“

    Trotz der hohen Rechtskosten hält der Bayer-Chef den Kauf von Monsanto weiter für richtig: „Die Akquisition hatte immer den Sinn, die Innovationskraft beider Unternehmen zusammenzuführen: nämlich die Expertise von Bayer im Pflanzenschutz und das Know-how von Monsanto in der Biotechnologie und Digitalkompetenz. Wir sind von der Sinnhaftigkeit der Kombination unverändert fest überzeugt.“ Nur dass die Übernahme jetzt noch einmal gut zehn Milliarden Dollar teurer geworden ist.

    Der Finanzdienstleister Wirecard sollte der nächste Technologieriese Deutschlands werden. Vergleiche mit dem Software-Konzern SAP, dem wertvollsten deutschen Börsenkonzern, machten bereits die Runde. Doch nach dem größten Betrugsskandal der Dax-Geschichte musste Wirecard gestern Insolvenz anmelden. Die Zukunft des Zahlungsabwicklers ist mehr als ungewiss. Das Handelsblatt hat in der aktuellen Titelgeschichte „Der Fall Wirecard“ die Hintergründe für den beispiellosen Absturz recherchiert. Herausgekommen ist ein Wirtschaftskrimi der besonderen Art.

    Verlierer gibt es auf allen Seiten. Allen voran der langjährige Vorstandschef Markus Braun, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Wirtschaftsprüfer von EY müssen sich fragen lassen, warum sie die Bilanztricks nicht erkannt haben. Und dann ist da noch die Finanzaufsicht Bafin. Nach der Weltfinanzkrise hatte man gehofft, dass die Kontrollmechanismen der Aufsichtsbehörden einen erneuten Finanzskandal verhindern. Das ist erkennbar nicht der Fall. Der Fall Wirecard ist verheerend für das Ansehen des deutschen Finanzplatzes und die Aktienkultur in diesem Land. So versteht man, warum Bafin-Chef Felix Hufeld den Betrugsskandal ein „totales Desaster“ nannte. Das Urteil gilt vor allem für seine Behörde.

    Das Thema Nachhaltigkeit droht durch die weltweite Coronakrise mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt zu werden. Welche Bedeutung eine nachhaltigere Wirtschaft für die Gesellschaft und die Unternehmen hat, darüber habe ich gestern Abend zusammen mit meiner Kollegin Ina Karabasz unter anderem mit dem HVB-Chef Michael Diederich, der Audi-Vertriebschefin Hildegard Wortmann und Profisegler Boris Herrmann gesprochen. Auto-Managerin Wortmann hat zum Thema Nachhaltigkeit eine klare Botschaft: „Es braucht einen radikalen Wandel.“ Über diesen Link kommen Sie zur aufgezeichneten Web-Konferenz.

    Die Erwartungen sind hoch, wenn Deutschland Mitte nächster Woche für ein halbes Jahr die EU-Präsidentschaft übernimmt. Vor allem die Wirtschaft hat angesichts der ökonomischen Folgen durch die Corona-Pandemie klare Vorstellungen, was die Bundesregierung auf europäischer Ebene bewegen soll.

    In einem umfassenden Positionspapier, das dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, hat der Industrieverband BDI mehrere Forderungen formuliert: Der Europäische Wiederaufbaufonds mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro müsse zügig verabschiedet werden. „Je länger sich die Verhandlungen hinziehen, desto höher schwillt die Insolvenzwelle an.“ Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen 150 Milliarden Euro an Krediten für strategische Industrien reichten bei Weitem nicht aus. Zudem mahnt der BDI ein „ausgewogenes Partnerschaftsabkommen“ mit dem Vereinigten Königreich an. Die Mahnungen der Wirtschaft sind ambitioniert, aber richtig. Pflichtlektüre für Kanzlerin Angela Merkel.

    Quelle: Reuters
    FC Liverpool ist Meister der Premier League und Trainer Jürgen Klopp ist auf der britischen Insel endgültig zum Exportschlager des deutschen Fußballs avanciert.

    Und dann ist da noch Jürgen Klopp. Der deutsche Erfolgstrainer ist mit dem FC Liverpool vorzeitig Meister der Premier League geworden. Weil Konkurrent Manchester City gestern beim FC Chelsea verlor, kann Liverpool bereits sieben Spieltage vor Saisonschluss den ersten Meistertitel nach 30 Jahren feiern. Ein historischer Moment für die Reds. Jürgen Klopp ist auf der Insel endgültig zum Exportschlager des deutschen Fußballs avanciert. Herzlichen Glückwunsch!

    Ich wünsche Ihnen ein erholsames und sonniges Wochenende.
    Herzliche Grüße

    Sven Afhüppe
    Chefredakteur

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