Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Morning Briefing Psycho-Opfer Donald Trump

08.07.2020 - 06:00 Uhr Kommentieren
Quelle: AFP
Mary beschreibt Onkel Donald als Opfer seines soziopathischen Vaters, gepolt auf Erfolg, den der Sohn schon mal mit Schwindeleien erreicht habe.
(Foto: AFP)

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

erst am nächsten Dienstag erscheint das Buch „Too Much and Never Enough“ von Mary Trump. Doch einige Redaktionen in den USA und Großbritannien haben sich schon jetzt über die Anamnese-Arbeit der Nichte des US-Präsidenten gebeugt: Sie analysiert Donald Trump aus Sicht einer erfahrenen Psychologin. Demnach ist er das Opfer seines soziopathischen Vaters, gepolt auf Erfolg, den Donald schon mal mit Schwindeleien (beim Zugang zu einer renommierter Business School) erreicht habe. Ihr Onkel habe in einer wichtigen Entwicklungsphase für mehr als ein Jahr keine Verbindung zur Mutter gehabt und von Vater Fred keine Liebe erfahren, so die Autorin. „Narzissmus, Lust am Tyrannisieren und Prunk“ seien seine Wesensmerkmale. Sie schildert auch ihre Arbeit als Ghostwriterin bei einem seiner Bücher („The Art of Comeback“). „Einige Wochen nachdem er mich anheuerte, war ich immer noch nicht bezahlt worden.“ Manche der Erzählungen erinnern stark an die TV-Serie „Eine schrecklich nette Familie“.

Der infizierte Präsident

Je populistischer die Regierung, desto stärker die Viren-Bedrohung. Es ist in diesen Tagen jedenfalls auffällig, wie sehr drei Länder mit „Management by Maulheld“ an Covid-19-Folgen leiden.

  • In Brasilien hat sich Präsident Jair Bolsonaro infiziert. Er hatte Covid-19 als „leichte Grippe“ abgetan und auf Mundschutz verzichtet. Bislang sind in dem größten lateinamerikanischen Staat 1,6 Millionen Menschen infiziert, knapp 65.000 starben.
  • In den USA melden die Behörden inzwischen täglich bis zu 50.000 Neuinfektionen. Das Land hat die Pandemie nie in den Griff bekommen. Der ohne Mundschutz auftretende Präsident Donald Trump setzt ganz eigene Akzente: Sein Land tritt jetzt offiziell aus der Weltgesundheitsorganisation WHO aus, weil sie von China gelenkt werde, das wiederum zu spät über Corona informiert habe.
  • In Großbritannien schließlich hat das Virus mit fast 650 Toten auf eine Million Einwohner sehr hart zugeschlagen. Für Premier Boris Johnson, der ebenfalls an Covid-19 erkrankte, liegt das nicht an seiner Laissez-faire-Politik, sondern am unfähigen Beamtenapparat, den er jüngst umbaute.
Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der schönste Kommentar kommt von Heinrich Heine, der sich auf Cervantes („Don Quijote“) bezieht: „Mein Kollege sah Windmühlen für Riesen an, ich hingegen kann in unseren heutigen Riesen nur prahlende Windmühlen sehen.“

    Die Entmachtung des Andreas Renschler

    Im Volkswagen-Konzern war Andreas Renschler ein machtbewusster Manager, Kategorie „Königstiger“. Der Spitzenverdiener träumte vom „globalen Champion“ der Nutzfahrzeuge, spätestens seitdem er die Truck- und Bus-Holding Traton an die Börse brachte. Doch der Versuch, Forschung und Entwicklung zu konzentrieren, führte zum Zoff mit den starken Marken MAN und Scania. Negativ kamen dann Erlösprobleme in der Corona-Zeit hinzu – sodass der 62-jährige Renschler nun überraschend für Matthias Gründler Platz machen muss und auch den VW-Gesamtvorstand verlässt. „Einvernehmlich“ natürlich, was denken Sie denn! Seine Antipoden – MAN-Chef Joachim Drees sowie Personal- und IT-Chef Carsten Intra – gehen ebenfalls Knall auf Fall. Ich denke: Bei diesem Crash mit Personenschaden muss man sich den Unfallbericht genau durchlesen.

    Quelle: dpa
    Traton-Chef Andreas Renschler: der 62-Jährige muss überraschend für Matthias Gründler Platz machen.

    Huawei und die Folgen

    Nach den Regeln der Marktwirtschaft hat Huawei nichts falsch gemacht. Der chinesische Techkonzern zeigte sich so innovativ in Sachen Mobilfunktechnik, dass er in vielen Staaten beim Ausbau der Netze dabei war. Dann aber brach der Wirtschaftskrieg der USA gegen China los – und die Deutsche Telekom unter CEO Timotheus Höttges intensivierte ihre Beziehung zu Huawei dennoch weiter. Das rekonstruierte das Handelsblatt aus internen Dokumenten. Huawei-Technik steckt in allen Zukunftsprojekten des Konzerns, an dem der Bund 32 Prozent hält. Unionsfraktionsvize Thorsten Frei nennt das „sehr problematisch“. Da der Bundesnachrichtendienst aus Spionagegründen vor einer Kooperation mit Huawei warnt, ist SPD-Politiker Bernd Westphal ebenfalls alarmiert: „Es ist schon merkwürdig, dass das Kanzleramt und das Wirtschaftsministerium einem chinesischen Unternehmen mehr Vertrauen schenken als den eigenen Sicherheitsbehörden.“ Mag sein – aber andererseits wird in dieser Angelegenheit mehr über Verschwörungen geredet als über Beweise.

    Brüssel forciert grünen Wasserstoff

    Am heutigen Mittwoch will die EU-Kommission die Zukunft nach Europa bringen: Sie präsentiert ihre Pläne für die Produktion von grünem Wasserstoff und den nötigen Umbau des Energiesystems. Eine Änderung der EU-Energiesteuer-Richtlinie soll dafür sorgen, dass die Besteuerung auf dem Kontinent angeglichen wird. Höhere Preise für Kohle und Öl sowie der Wegfall von Subventionen haben im EU-Konzept den Effekt, dass die Erstellung von grünem Wasserstoff mittels Strom aus erneuerbaren Energien konkurrenzfähig wird, schreiben wir in einem großen Report. An dieser Strategie könnte auch Greta Thunberg Gefallen empfinden.

    Das Kulturproblem der Deutschen Bank

    2013, das war für die Deutsche Bank – nach einer Chronik der Skandale – das Jahr des aufgehenden „Kulturwandels“. Man parlierte marzipansüß von Werten wie „Integrität“ oder „nachhaltiger Leistung“. 2013, das war auch das Jahr, in dem das Geldinstitut den inzwischen verstorbenen mutmaßlichen Serienvergewaltiger Jeffrey Epstein als Kunden gewann. Ein „schwerwiegender Fehler“, sagt CEO Christian Sewing heute, „dazu hätte es nie kommen dürfen“. Das New York State Department of Financial Services (DFS) unterstellt der Bank dabei Regelverstöße und Fehlverhalten. Auch im Umgang mit dem Geldwäschesünder Danske Bank Estonia und der Federal Bank of the Middle East habe es Unregelmäßigkeiten gegeben. Dafür müssen die Kulturwandler aus Frankfurt in einem aktuellen Vergleich 150 Millionen Dollar Strafe zahlen.

    Quelle: AFP
    Der Tennis-Star Roger Federer ist bei der Schweizer Sportmarke On eingestiegen: Deren neuer Sneaker "The Roger" ist vegan.
    (Foto: AFP)

    Aufschlag Roger Federer

    Und dann ist da noch Roger Federer, viele Jahre Nummer eins der Tennis-Welt. Er steht derzeit nicht auf dem Centre Court, sondern präsentiert den Sneaker „The Roger“. Das Schuhwerk darf sich „vegan“ nennen, da es ohne Material aus tierischer Herkunft gefertigt wurde. Federer wiederum darf „Investor“ heißen, denn er ist als Teilhaber bei der Schweizer Sportmarke On eingestiegen, die „The Roger“ vertreibt – zunächst in einem Volumen von 1000 Stück à 240 Euro. Der Markt der Vegan-Sportschuhe ist derzeit heiß umkämpft, schreiben wir in der aktuellen Ausgabe. Und Federer ist als Werbe-Apostel der Nachhaltigkeit insofern glaubwürdig, als er eine lange Erfolgsserie hinlegte, die ihn einst selbst überraschte: „Jeder befindet meine guten Schläge plötzlich für herausragend und meine schwächeren als fast herausragend.“

    Ich wünsche Ihnen einen schwungvollen Tag.

    Es grüßt Sie herzlich

    Hans-Jürgen Jakobs
    Senior Editor

    Hier können Sie das Morning Briefing abonnieren.

    Morning Briefing: Alexa
    Startseite
    0 Kommentare zu "Morning Briefing : Psycho-Opfer Donald Trump "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%