Innovation: Das ist der neue Technologie-Beraterkreis von Kanzler Merz
Berlin. Es kommt nicht oft vor, dass Bundeskanzler Friedrich Merz an einer Veranstaltung von Anfang bis Ende teilnimmt. Mitte Oktober aber genoss der CDU-Politiker mehr als zwei Stunden die Festveranstaltung der Akademie der Technikwissenschaften (Acatech). Merz hörte auch Acatech-Präsident Thomas Weber genau zu. Dann sprach der Kanzler selbst eine halbe Stunde vor rund 500 Topvertretern der Wissenschaftsszene über die zentrale Rolle von Innovationen und Technologien für Deutschland und den mangelnden Fortschrittsoptimismus im Land.
Einige wenige der Anwesenden werden sich schon an diesem Donnerstag wiedersehen: Im Bundeskanzleramt konstituiert sich der „Strategiekreis Technologie und Innovation“. Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter sollen mit Merz und seinen Ministern beraten, wie Deutschland als Innovations- und Technologiestandort international wettbewerbsfähig bleibt.
Merz knüpft mit dem Kreis an eine alte Tradition an: „Zukunftsrat“ hieß das Gremium bei seinem Vorgänger Olaf Scholz, „Innovationsdialog“ bei Angela Merkel. Und jedes Mal war es die Acatech, die die Arbeit koordinierte. Das soll auch so bleiben, wie das Handelsblatt aus Regierungs- und Branchenkreisen erfuhr. Weber, einst Forschungschef von Mercedes, wird demnach als einer der beiden Acatech-Präsidenten – wie bereits unter Scholz – die Runde leiten. Die Akademie selbst wird wieder als Thinktank bereitstehen und koordinieren. Merz wird Weber also weiter aufmerksam zuhören.